Achtseitiger Deckelkasten aus dem Welfenschatz
Ident. Nr.: W 7
ObjID: obj:1839299
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Datierung
- 14./15. Jahrhundert
- Material / Technik
- Buchenholz; Lederüberzug, Bleinägel; Füße und Beschläge Eisen
- Abmessungen
- Objektmaß: 16,1 x 20,5 x 20,8 cm (mit Beschlägen)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1839299
Objektbeschreibung
Den mit Leder überzogenen achtseitigen Deckelkasten zieren aus dicht gesetzten Rundköpfen kleiner Bleinägel bestehende Ornamente. An sieben Seitenwänden erscheinen invers gebildete, sich nach unten umbiegende Lilienmotive, währen an der Vorderseite mit dem aufgesetzten Eisenschloss übereinander gestaffelt zwei Arkadenreihen erscheinen, die offenbar eine stark stilisierte Abbildung eines römischen Aquäduktes darstellen. Es wurde in Erwägung gezogen, dass es sich dabei um einen Hinweis auf die spanische Stadt Segovia handeln könnte, da in deren Wappen ebenfalls ein Aquädukt erscheint.
Auf dem flachen Deckel des Kastens bilden die Bleinagelköpfe ein kalligrafisches Flächenornament, das in Gestalt von unterschiedlich orientierten geometrischen Quadratkufi viermal den Namen des Propheten Mohammed wiederholt. Damit ist die Herkunft des achtseitigen Deckelkastens aus dem islamischen Bereich erwiesen. Wahrscheinlich ist er im 14. oder 15. Jahrhundert im hispano-arabischen Kulturraum entstanden. Wann der Kasten in den Schatz von St. Blasius in Braunschweig gelangte, ist unbekannt. Im Reliquienverzeichnis von 1482 ist er nicht zu identifizieren. LL
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
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