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Heilung des stummen Besessenen

Ident. Nr.: AE 563

ObjID: obj:1839679

Details (Expert)

Beteiligte
Peter Hemmel (um 1420 - um 1501),
Glasmaler*in
Datierung
zwischen 1475 und 1480
Abmessungen
Durchmesser: 36,6 cm

Objektbeschreibung

Das Glasgemälde zeigt eines der Heilungswunder Jesu, die Heilung des stummen Besessenen von Gerasa (Mk 5,1–20 und Lk 8,26–39) oder die Heilung des besessenen Knaben (Mk 9,14–29 und Lk 9,37–43). In der linken Bildhälfte steht Christus vor der dicht gedrängten Schar seiner Jünger. Er hat die Rechte zum Segensgestus erhoben und wendet sich dem Besessenen zu, der von zwei Männern gewaltsam an den Armen gehalten wird. Rechts im Mittelgrund erscheint ein Paar, das durch den gelben Pileus cornutus ("Judenhut") des Mannes als jüdisch ausgewiesen ist. Wegen des Fehlens der für die Wunderheilung von Gerasa wesentlichen Schweine einerseits und des keineswegs knabenhaften Äußeren des Besessenen andererseits fällt eine eindeutige Identifikation des dargestellten Wunders schwer.
Die Rundscheibe stammt aus einem insgesamt neun Szenen umfassenden Zyklus von Darstellungen aus dem Leben Jesu, der wohl von dem Straßburger Glasmaler Peter Hemmel zwischen 1475 und 1480 für die südlichen Oberfenster im großen Ratssaal des Ulmer Rathauses geschaffen wurde. Nach dem Ausbau um Ursprungsort befanden sie sich seit 1805 im Rittersaal des Schlosses Erbach im Odenwald. 1927 erwarben die Staatlichen Museen zu Berlin die acht jetzt im Kunstgewerbemuseum bewahrten Scheiben, eine weitere gelangte in das Hessische Landesmuseum Darmstadt.
Die Auswahl der neun Szenen aus dem Leben Jesu für den Zyklus im Ulmer Rathaussaal ist durchaus ungewöhnlich. Für die drei Fenster der Südseite wurden drei Themenkreise mit je drei Darstellungen ausgeführt: die Menschwerdung des Gottessohnes (Verkündigung an Maria, Inv. Nr. AE 561; Geburt Christi, Inv. Nr. AE 562; Versuchung Christi, HLM Darmstadt), seine karitativen Wunder (Gespräch mit dem Kanaanäischen Weib, Inv. Nr. AE 564; Heilung des stummen Besessenen, Inv. Nr. AE 563; Speisung der Fünftausend, Inv. Nr. AE 566) und die Bezeugung seiner Göttlichkeit (Versuchte Steinigung, Inv. Nr. AE 565; Einzug in Jerusalem, Inv. Nr. 567; Auferstehung, Inv. Nr. 568). LL
CVMA 98700

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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