Logo

Daoistische Unsterbliche

Ident. Nr.: 2009-116 b

ObjID: obj:1850512

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Ki Baitei 紀楳亭 (1734 - 1810),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
spätes 18./frühes 19. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 171 x 378 cm
Bildmaß: 171 x 64 cm (je Paneel)

Objektbeschreibung

Begleitet von zwei jungen Dienern sowie den Unsterblichkeit symbolisierenden Tieren, Kranich und Hirsch, treffen sich zwei Gruppen von daoistischen Weisen auf einer offenen Anhöhe, die von runden Felsgruppen umrahmt wird. Die daoistischen Weisen sind als alte, gebeugte Männer mit langen weißen Bärten und gütigen, humorvollen Gesichtszügen geschildert.
Ki Baitei gehörte neben Matsumura Goshun (1752–1811) zu den bekanntesten Nachfolgern des Dichter-Malers Yosa Buson (1716–1783). Nach seinem Studium bei Buson in Kyoto in den späten 1770er Jahren kehrte Baitei in seinen ländlichen Heimatort Ōtsu am Ufer des Biwa-Sees zurück, wo er hinfort hauptsächlich tätig war. Busons Einfluss macht sich in Baiteis Werk vor allem durch die zerfurchten, ins Groteske gezogenen Physiognomien der Unsterblichen und die plastische Gestaltung der Felsen mittels lang gezogener Hanffaser-Strukturstriche bemerkbar. Die runden Einstreuungen von Goldpartikeln steigern noch die fantastische Atmosphäre und verleihen der Komposition etwas Überweltliches. Möglicherweise sind sie aber eine nachträgliche Zutat. Das langes Leben in harmonischer Eintracht mit der Natur verheißende Werk war vermutlich für einen älteren Patron Baiteis bestimmt.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.