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Berg und Tal, tiefe Weite

Ident. Nr.: 2009-135

ObjID: obj:1851305

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Nakabayashi Chikutō 中林竹洞 (1776 - 1853),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
1. Hälfte 19. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Material / Technik
Hängerolle, Tusche auf Seide
Abmessungen
Bildmaß: 126,3 x 41,4 cm

Objektbeschreibung

Dieses Bild ist ein repräsentatives Beispiel für Chikutōs an chinesischen Modellen orientierte Landschaftsmalerei. Die Rückkehr zu traditionellen Literatenidealen und enge Orientierung an kontinentalen Vorbildern hat er auch in seinen theoretischen Schriften propagiert, für die er fast noch bekannter als für seine Malerei. Angelehnt an den Ming-zeitlichen Maler und Theoretiker Dong Qichang (1555–1636) führte Chikutō die Einteilung der japanischen Malerei in eine Nord- und eine Süd-Schul-Tradition ein.
In diesem Landschaftsbild vereinigt Chikutō die typischen Elemente der bekannten chinesischen Maler Mi Fu (1052–1107), Huang Gongwang (1269–1354) und Ni Zan (1301–1374) zu einer luftigen, ausgewogenen Komposition. Während die Baumgruppe im Vordergrund und die trockene Pinselsprache an Ni Zan erinnern, lassen die geometrischen, fast rechteckigen Felsköpfe an Huang Gongwangs Werke denken. Zusätzlich zu den lang gezogenen Hanffaser-Strukturstrichen verwendete Chikutō die für Mi Fu charakteristischen Tupfen, um die Stofflichkeit der Felsen zu vermitteln.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

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Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.