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Wasserkännchen

Ident. Nr.: 1901,32

ObjID: obj:1860823

Details (Expert)

Datierung
1. Viertel 16. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Abmessungen
Objektmaß: 9,8 x 6,7 x 4,1 cm

Objektbeschreibung

Die beiden zusammengehörigen Messkännchen Inv. Nr. 1901,32 und 1901,33 zählen zu dem vor allem nördlich der Alpen verbreiteten Typ ohne Fuß und Ausgussröhrchen. An den von Zinnenrändern eingefassten und mit Blütenornamenten verzierten Deckeln erscheinen oberhalb der Scharniere Engelfiguren mit den Buchstaben A (für lat. Aqua = Wasser) bei diesem und V (für lat. Vinum = Wein) bei dem anderen Kännchen als Deckelheber. Der Engel mit dem V scheint eine spätere Ergänzung zu sein, jedenfalls unterscheidet er sich in vielen Details von seinem Pendant.
Die siebenseitig gebildeten Gefäßkörper werden durch aufgelötete zierliche Kreuzblumenfriese jeweils in zwei Zonen geteilt. Die sich aus dieser Gliederung ergebenden 14 Wandungsfelder eines jeden Kännchens sind alternierend mit Schriftbändern und verschiedenen Maßwerkformen verziert. Sehr ähnliche gravierte Ornamente finden sich am Fuß eines 1516 datierten Kelches aus der Kirche von Mehlsack in Ermland im Museum für Angewandte Kunst Köln.
Die Leserichtung der Schriftbänder variiert, am Weinkännchen verläuft sie in beiden Registern am Henkel beginnend im Uhrzeigersinn, während sie am Wasserkännchen nur unten auf diese Weise, oben dagegen entgegengesetzt erscheint. Am Weinkännchen lautet die Inschrift oben A/V/E // M/AR[i]//A / HIL/F und unten S/A/R/H // BAR//BA/R/A, am Wasserkännchen beginnt der Text unten mit SA/N//C/T/A // BA und geht oben weiter mit A/R/B/R//A / H/[il]F. Im Schlusswort sind die drei letzten Buchstaben ligiert. Die Bedeutung der eindeutig lesbaren Zeichenfolge SARH (für SANCTA?) im unteren Register des Weinkännchens bleibt unklar. Die Nennung der hl. Barbara auf beiden Messkännchen verweist darauf, dass die Gefäße vermutlich zur Nutzung für die Messfeier an einem Altar mit dem Patrozinium dieser populären Heiligen bestimmt waren.
Nach katholischem Ritus muss dem Messwein Wasser beigemischt werden. Dafür ist im Laufe des Mittelalters mit den stets paarweise auftretenden Messkännchen eine spezielle Form liturgischen Geräts entstanden, dessen Benutzung jedoch erst durch das Missale Pius V. (Pont. 1566–1572) verbindlich geregelt wurde. In Ableitung vom lateinischen Begriff Ampulla werden die Messkännchen im deutschen Sprachraum häufig auch als Pollen bezeichnet. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

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