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Die Schutzgötter von Sonne und Mond

Ident. Nr.: 2009-149 b

ObjID: obj:1869272

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Datierung
Muromachi-Zeit
15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 108,1 x 48,2 cm

Objektbeschreibung

Diese beiden Bilder gehören zu einem Set von ursprünglich einem Dutzend Hängerollen, welche die „Zwölf Gottheiten“ (j. jūniten), Beschützer des esoterischen Buddhismus, darstellen. Diese zwölf sind die Schutzgottheiten der vier Haupthimmelsrichtungen, der vier Zwischenhimmelsrichtungen sowie der oberen und der unteren Weltregion und schließlich die Götter von Sonne und Mond.
Aus Schriftquellen und Bilddokumenten ist bekannt, dass bereits im 9. Jahrhundert anlässlich der aufwändigen Neujahrszeremonien im Kaiserpalast Hängerollen mit den „Zwölf Gottheiten“ gezeigt wurden. Später wurden solche hochformatigen Bilder auch auf die Paneele von Stellschirmen montiert, die unter anderem bei Initiationszeremonien im Hauptraum von Tempeln Verwendung fanden. Die Maße der hier ausgestellten Bilder deuten darauf hin, dass auch sie früher auf Stellschirmen angebracht waren und erst zu einem späteren Zeitpunkt als Hängerollen montiert wurden.
Die ursprünglich aus dem indischen Pantheon stammenden Schutzgottheiten werden, ähnlich wie Bodhisattvas, in kostbaren Brokatgewändern und mit reichem Schmuck dargestellt. Ihr Kopfnimbus ist von züngelnden Flammen umrankt. Sie stehen entweder in frontaler Ansicht oder im Profil auf runden, teppichartigen Polstern und halten die jeweils für sie charakteristischen Attribute in den Händen. Gatten, der Mondgott, hält auf einem Tablett eine Mondsichel vor der Brust. Im Mond befindet sich die kleine Figur eines Hasen. Der Sonnengott, Nitten, trägt in seiner linken Hand einen Zweig mit zwei Lotosblüten und in der rechten die rote Sonne, in der ein dreibeiniger Rabe zu sehen ist.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.