Korporalien-Kasten aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford
Ident. Nr.: 1888,651
ObjID: obj:1872331
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Datierung
- Anfang 15. Jahrhundert
- Material / Technik
- Textiler Bezug über Holzkern; außen Leinen mit mehrfarbiger Seidenstickerei in Zopf- (Deckel und Seitenwände) und Flachstich (Unterseite), innen unbesticktes Leinen; am Deckel fünf Knäufe, drei originale aus Silber und zwei ergänzende Abformungen aus Araldit 2000 mit Acrylfarbfassung
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 4,6 x 22,1 x 22,2 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1872331
Objektbeschreibung
Das aus dem Kirchenschatz des 1414 von Enger nach Herford übergesiedelten Dionysius-Stifts stammende Korporalienkästchen ist innen mit besonders feinem gebleichten Leinen ausgekleidet, an den Außenseiten zeigt es zwei verschiedene geometrische Ornamente in mehrfarbiger Seidenstickerei, die an Musterrapporte von gewebten Borten erinnern. Stilistisch zählt das Werk zu einer in Westfalen und im südlichen Niedersachsen lokalisierten Gruppe von Stickereien, die um 1400 entstanden sind.
Das ursprüngliche Verschlussband an der Vorderseite des Kästchens ist bis auf geringe Reste verlorenen. Am Deckel befinden sich fünf geperlte Knäufe, vergleichbar den an textilen Korporalientaschen üblichen Quasten. Nach der Erwerbung des Werkes durch das Berliner Kunstgewerbemuseum wurden diese silbernen Zierrate als Füße missverstanden und das Herforder Korporalienkästchen ist daher über Jahrzehnte falsch herum präsentiert und abgebildet worden. LL
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
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kgm@smb.spk-berlin.de