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Parodie (mitate) der Geschichte der Hofdame Kogō no Tsubone

Ident. Nr.: 2009-158

ObjID: obj:1877660

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Kawamata Tsunemasa 川又常正 (1716 - 1748),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
1. Hälfte 18. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 90,6 x 34,8 cm
Erwerbung
Schenkung 2009

Objektbeschreibung

In einer Vollmondnacht sitzt eine höfisch gekleidete Dame auf der Veranda einer ländlichen, strohgedeckten Hütte und spielt auf der Wölbbrettzither (j. koto). Begleitet wird sie dabei vom Flötenspiel eines nach der letzten Mode gewandeten jungen Mannes, der vor dem Tor des rustikalen Anwesens steht.
Die Darstellung ist eine modische Variation der Geschichte der Hofdame Kogō no Tsubone, die im sechsten Buch des Epos „Geschichte der Taira-Familie“ (j. Heike monogatari), aus dem 13. Jahrhundert überliefert wird. Die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Taira und ihren Rivalen, den Minamoto (oder Genji), zählen zu den dramatischen Höhepunkten der klassischen japanischen Literatur und thematisieren den Übergang von der Herrschaft des um das Kaiserhaus konzentrierten Hofadels zur Herrschaft des Schwertadels in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
Kogōs Schönheit und ihr außergewöhnliches Talent im Koto-Spiel, welches die Aufmerksamkeit des Kaisers auf sie zog, wurden ihr zum Verhängnis. Sie fiel Hofintrigen zum Opfer und musste aus Kyoto fliehen. Daraufhin wurde der Höfling Nakakuni vom Kaiser ausgesandt, um die Dame zu suchen und in die Hauptstadt zurückzubringen. Da er sie oft auf der Flöte begleitet hatte, konnte er ihr Versteck im ländlichen Saga westlich der Hauptstadt ausfindig machen, als er die Klänge ihres Koto-Spieles wiedererkannte. Sie verwehrte ihm jedoch zunächst den Einlass und ließ sich erst erweichen, als er ihr Zitherspiel auf der Flöte erwiderte.
Der Maler Kawamata Tsunemasa war vornehmlich in Kyoto tätig und spezialisierte sich auf die Darstellung schöner Frauen sowie auf modische Variationen klassischer Bildthemen. Hier stellt er die Hauptfigur Kogō zwar der literarischen Vorlage gemäß als höfische Schönheit dar, zeigt sie jedoch in aktuellem Gewand und besetzt darüber hinaus den Part ihres Begleiters Nakakuni mit einem schönen Jüngling in zeitgenössischer Aufmachung.
[SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 17.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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