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Ein Höfling betrachtet einen Wasserfall (Nunobiki?)

Ident. Nr.: 2009-164

ObjID: obj:1877894

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Kusumi Morikage 久隅守景 (ca. 1620 - 1690),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
2. Hälfte 17. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 115,4 x 48,1 cm
Erwerbung
Schenkung 2009

Objektbeschreibung

Auf einer spärlich bewachsenen Anhöhe sitzt ein in höfische Gewänder gekleideter junger Mann mit gekreuzten Beinen auf dem Boden. Den Ellbogen auf die Knie gestellt, stützt er den zur Seite geneigten Kopf auf seinen rechten Arm und lauscht in meditativer Versenkung dem Rauschen eines mächtigen Wasserfalles. Mit wenigen dynamischen Pinselstrichen gelingt es dem Maler, das Landschaftsmotiv in einer evokativen Komposition zu umreißen, die durch den geschickten Einsatz des leeren Bildgrundes spannungsvoll erscheint. Das Thema des Gelehrten, der beim Betrachten des Wasserfalls seinen Geist läutert, entstammt dem Repertoire der chinesischen Malerei. Hier erscheint der Gelehrte jedoch nicht in der üblichen chinesischen Gewandung, sondern als japanischer Höfling. Möglicherweise ist die Szene als Anspielung auf das 87. Kapitel der „Geschichten aus Ise (j. Ise monogatari)“ zu deuten, das einen Ausflug zum Nunobiki-Wasserfall beschreibt. Allerdings wird diese Episode in den allermeisten Fällen mit einer ganzen Gruppe Hofadeliger illustriert, die im Angesicht des Wasserfalls dichten. Solche freien Interpretationen klassischer Bildthemen sind aber nicht unüblich für den vielseitigen Morikage. Er wurde von dem sowohl für die höfische wie auch die militäraristokratische Elite tätigen Maler Kano Tan’yū ausgebildet, machte sich aber bald selbständig, um von den strengen Regeln der Kano-Schule unabhängig tätig zu sein. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 09.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

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