Stockrosen (Tachiaoi)
Ident. Nr.: 2009-175
ObjID: obj:1886030
Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Edo (Tokugawa)-Zeit1. Viertel 19. Jh.
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Hängerolle, Farben auf Seide
- Abmessungen
- Bildmaß: 28,1 x 40,8 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1886030
Objektbeschreibung
Die Auseinandersetzung Sakai Hōitsus mit der Malerei Ogata Kōrins (1658–1716) gab im frühen 19. Jahrhundert einen wesentlichen Anstoß zur Wiederbelebung einer dekorativen Bildauffassung, die hauptsächlich Themen der höfischen japanischen Literatur sowie Motive aus der heimischen Flora und Fauna behandelt. Kunsthistoriker bezeichnen sie nach der zweiten Silbe von Kōrins Namen als Rinpa. Diese im 17. Jahrhundert in Kyoto begründete Tradition wurde in Edo bis ins 20. Jahrhundert von Hōitsus zahlreichen Schülern und Nachahmern fortgesetzt. Kennzeichnend für die späten Rinpa-Maler in Edo und später Toyko sind neben thematischem Eklektizismus, eine Tendenz zu im Vergleich zu den Vorbildern des 17. und 18. Jahrhunderts naturalistischen Details und in vielen Fällen einem flächigen Farbauftrag.
Sakai Hōitsu wurde als zweiter Sohn des Fürsten der Provinz Harima (heute Präfktur Hyogo) in Edo geboren und hatte von jungen Jahren an Gelegenheit, sich umfassend literarisch und künstlerisch zu bilden. So studierte er anfänglich bei einem Kano-Maler, versuchte sich danach im populären Stil der „Fliessenden Welt“ (j. ukiyo-e) und experimentierte gar in der naturalistischen Manier der Maruyama-Shijō-Schule bevor er sich schließlich intensiv mit den dekorativen Interpretationen klassischer Bildthemen des Ogata Kōrin auseinandersetzte, dessen Werke in der Sammlung der Familie Sakai zahlreich vertreten waren.
Die chinesische Stockmalve, auch gewöhnliche Stockmalve oder Stockrose (althaea rosea) genannt, gehört dank ihrer üppigen, sommerlichen Blütenpracht zu den beliebten Gartenpflanzen in Ostasien. Dieses einfache, aber effektive Arrangement einer einzigen Pflanze zeigt die typische Kombination von Farb- und Tuschlavis sowie Gold für die Adern der Blätter, wie auch den flächigen Einsatz roten Pigments bei den Blüten.
Letzte Aktualisierung: 17.02.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de