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Der Dämonenvertreiber Zhong Kui (j. Shōki)

Ident. Nr.: 2009-184

ObjID: obj:1886646

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Katsushika Taito II 二代葛飾戴斗 (tätig ca. 1810-1853),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
1. Hälfte 19. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Material / Technik
Hängerolle, Tusche auf Papier
Abmessungen
Bildmaß: 185,3 x 105,4 cm

Objektbeschreibung

Der chinesischen Legende entstammend, erlangte die Figur des in Japan unter dem Namen bekannten Dämonenvertreibers Shōki (c. Zhong Kui) im Inselreich hohe Popularität. Der Überlieferung nach war Zhong Kui ein Gelehrter in der Tang-Zeit, der bei der Beamtenprüfung durchfiel. Um nicht mit dieser Schande leben zu müssen, beging er Selbstmord. Als der Kaiser davon hörte, verlieh er ihm nachträglich die entsprechenden Ränge und ließ ihn würdevoll bestatten. Als Dank bot sich sein Geist an, von nun an alle Dämonen (aus den Träumen) zu vertreiben.
Als Prototyp aller Zhong Kui-Darstellungen gilt ein Bild, welches der legendäre Maler Wu Daozi (680–740) auf Geheiß des Kaisers Xuanzong (685–762) gemalt haben soll, nachdem dieser den Dämonenjäger im Traum erblickt hatte. Seitdem wird er mit einer Beamtenmütze, einem Schwert und oft auch mit einer Glück verheißenden Fledermaus dargestellt. In Japan wird Shōki meist als Feldherr bei der Dämonenjagd gezeigt, wobei die Gejagten wenig Respekt zeigen und sich häufig über den schwerfälligen Jäger lustig machen. Taito II. stellt den Dämonenvertreiber hier in der üblichen Ikonographie als bärtigen Furcht einflößenden Feldherrn mit struppigem Haar und gezücktem Schwert dar. Sein grimmiger Blick zeugt von wilder Entschlossenheit, allen Dämonen den Garaus zu machen. Die markanten, dynamischen Umrisslinien seines Gewandes unterstreichen die geballte Kraft, welche die Figur ausstrahlt.
Katsushika Taito II. war ein Schüler des berühmten Maler-Graphikers Hokusai (1760–1849). Wie sein Lehrer arbeitete Taito ebenfalls als Maler, Holzschnittmeister und Buchillustrator. Im Jahre 1820 verlieh Hokusai ihm einen seiner Künstlernamen, Taito. Die Handschrift des Lehrers ist in den Werken Taitos II sehr deutlich zu erkennen. Auch dieses Bild ist einem Werk Hokusais nachempfunden. Eine ähnliche Shōki-Darstellung von Taito befindet sich im Museum Okura Shūkokan in Tokyo.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.