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Hühner und Bambus

Ident. Nr.: 2009-189

ObjID: obj:1887450

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Itō Jakuchū 伊藤若冲 (1716 - 1800),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
2. Hälfte 18. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 152 x 168 cm

Objektbeschreibung

Jakuchū wurde als Sohn eines vermögenden Gemüsehändlers in Kyoto geboren, übergab das Familienunternehmen aber an einen jüngeren Bruder um sich dem Studium der Malerei, der chinesischen Kultur und des Zen-Buddhismus widmen zu können. Neuere Forschung belegt allerdings ein andauerndes Interesse am Familienunternehmen. Und obwohl seine hartnäckige Verfolgung und bisweilen überzeichnete Gestaltung bestimmter Bildthemen sein Bild als Individualist geprägt haben, war er alles andere als weltfremd und unterhielt auch zahlreiche Sozialkontakte insbesondere zu seinen Bekannten in Zen-Tempeln.
Dieser Stellschirm zeigt eines seiner favorisierten Bildthemen. Jakuchū hielt im Garten seines Hauses Hühner und studierte deren Erscheinung und Verhalten eingehend. Dass Hühner auch in der Zen-buddhistischen Malerei häufig dargestellt wurden mag ein zusätzlicher Anreiz für die Hinwendung zu diesem Sujet gewesen sein. Im Gegensatz zu den oftmals expressionistisch übersteigerten und individuell charakterisierten Hühnern seiner späteren Bilder scheint es sich hier um ein seltenes Frühwerk zu handeln. Motivisch steht es in enger Verbindung zu einem ursprünglich auf einer Wand des Tempels Kaihōji (heute Nationalmuseum Kyoto) angebrachten Hühnerbild, das ins Jahr 1790 datiert wird. Die unverkennbare Spannung und Anziehung zwischen den Geschlechtern dieser früheren Version nimmt aber bereits das porträthafte Element seiner späteren Tierbilder vorweg. Der üppige Bambus steht in der vollen Pracht der wärmeren Jahreszeiten.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]