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Mond und Glühwürmchen

Ident. Nr.: 3627

ObjID: obj:1890184

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Shiokawa Bunrin 塩川文麟 (1808 - 1877),
Künstler*in
Datierung
Späte Edo (Tokugawa)- bis frühe Meiji-Zeit
2. Hälfte 19. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 116,9 x 49,5 cm
Höhe x Breite: 197 x 70 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Wie um die Wette mit der halb durch Nebelschleier verdeckten Mondsichel, beleuchten eine Schar von Leuchtkäfern die sich im Wind biegenden Schilfhalme am Flussufer. Durch die Goldfarbe erhält das Licht der Insekten eine ergreifende Intensität, die die japanische Redewendung widerspiegelt: „Noch stärker als das Zirpen der Zikade nach der ersehnten Liebe, ist das leidenschaftliche Brennen der Leuchtkäfer.“
Die feuchte Tuschestimmung und der weiche, ohne Umrisslinien auskommende Pinselduktus verleihen der Darstellung eine poetische Atmosphäre, die für die von Matsumura Goshun (1752–1811) in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Kyoto begründete Shijō-Schule typisch ist. Bunrin führte diese Traditionslinie im 19. Jahrhundert fort und war ein bedeutender Lehrer für die neotraditionellen Maler im einheimisch-japanischen Stil (j. Nihonga) im Kyoto der frühen Meiji-Zeit. Er hinterliess zahlreiche Landschaftsbilder; Naturimpressionen mit dem von ihm vielfach behandelten Motiv der Leuchtkäfer im Mondlicht gelten aber als sein besonderes Forte.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.