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Kurtisane mit Hündchen

Ident. Nr.: 3603

ObjID: obj:1890812

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

Details (Expert)

Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
Kanbun-Ära (1661-1673)
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Material / Technik
Hängerolle, Farben auf Papier
Abmessungen
Bildmaß: 111 x 47,5 cm
Objektmaß: 226,5 x 68,5 cm (Montierung)
Erwerbung
Schenkung

Objektbeschreibung

Diese Hängerolle gehört zu einer Gruppe von Bildern aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die nach der Ära ihres ersten Erscheinens als Kanbun-Schönheiten bezeichnet werden. Sie markieren die Genese des autonomen Sujets ganzfiguriger Schönheiten, eine der wichtigsten Bildgattungen der Malerei der “Fließend vergänglichen Welt“ (j. ukiyo-e) des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Diese Schöne ist in einen schlichten braunen Kimono gewandet, der raffiniert mit einem schwarzen Untergewand und Gürtel sowie dem prächtigen Übergewand kontrastiert. Verwundert blickt sie auf ihr kleines Hündchen, das sich von der Leine losgerissen hat und am Saum des Gewandes zieht. Den klassisch Gebildeten lässt dies die dritte Prinzessin (j. Onna Sannomiya) aus der “Erzählung des Prinzen Genji“ assoziieren, die ihrem zukünftigen Liebhaber erstmals begegnet, als sie ihrem entlaufenen Kätzchen folgend auf die Veranda vor die Frauengemächer tritt. Zugleich erfüllt dieses Detail das Bild mit dem Innuendo eines angedeuteten déshabillé.
[SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

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Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.