Logo

Schöne unter Kirschblüten

Ident. Nr.: 1974-10

ObjID: obj:1890969

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
1741-1750
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 89,2 x 34,7 cm
Objektmaß: 174 x 52,2 cm (Montierung)
Erwerbung
Kauf 1974

Objektbeschreibung

Auf dem Stamm eines alten Kirschbaumes, dessen Äste sich wie ein Baldachin hinter ihr aufbauen, sitzt eine in einen karierten Kimono gekleidete Kurtisane. Sie raucht genüsslich an der langen, eleganten Pfeife (j. kiseru) aus Rotlack. Kaum wahrnehmbarer Rauch entströmt ihren kokett gespitzten Lippen. Auf dem Stamm stehen griffbereit die Rauchutensilien in einem Tragekorb aus Lack und Papier. Das Motiv der Schönen unter einem Kirschbaum verweist den Eingeweihten auf einen bestimmten Stadtteil der Hauptstadt Edo, nämlich das bekannte Vergnügungs- und Bordellviertel Yoshiwara. Ab 1741 ist der Brauch dokumentiert, die Hauptstraße des Viertels zur Zeit der Blüte mit eigens zu diesem Zweck herbeigeschafften Kirschbäumen zu schmücken. Die Kurtisanen flanierten dort in großer Robe und in Begleitung ihrer Dienerinnen unter den Bäumen oder stellten sich bei Einbruch der Dunkelheit im Licht von Laternen als “Blüten des Yoshiwara-Viertels“ zur Schau. Der Maler zählt zu den Torii-Meistern, die sich auf die Darstellung von Kabuki-Schauspielern und Kurtisanen spezialisierten.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Kaiserlicher Thronsitz

Kaiserlicher Thronsitz

Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]