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Lotos und weiße Reiher

Ident. Nr.: 3602a

ObjID: obj:1891019

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

Details (Expert)

Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
17. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 104 x 35 cm
Objektmaß: 200 x 53,3 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Am Ufer einer von imposanten Lotos- und anderen Wasserpflanzen bewachsenen Sumpflandschaft stehen zwei Reiherpaare dicht aneinander gedrängt. Während zwei der Vögel in geduckter Haltung verharren, recken die übrigen ihre langen Hälse und blicken zu einem fünften, sich im Anflug befindenden Reiher auf.
Bemerkenswert ist die Gestaltung der Vogelkörper. Durch das in der ostasiatischen Tuschemalerei beliebte Verfahren, den Bildgrund mit dünner Tuschelösung zu tönen, ließ der unbekannte Maler das Gefieder der Reiher hell erscheinen, ohne weiße Pigmente verwenden zu müssen. Augen, Schnäbel und Beine der Vögel sind mit tiefschwarzer Tusche betont. Durch geschickte Abstufung der Tusche erscheinen Blätter und Blüte des Lotos plastisch. Weiße Reiher und Lotos bilden ein beliebtes Motiv in der buddhistischen Tuschemalerei Ostasiens. Sie symbolisieren die Reinheit, da sich beide ihr makelloses Weiß bewahren, obwohl sie in Sumpflandschaften heimisch sind. Auf beiden Hängerollen ist ein „Shinnō“ zu lesendes Siegel zu erkennen, welches Nōami (1397–1471) zugeordnet wird. Da von diesem Hofmaler und künstlerischen Berater des kunstfreudigen Shogun Ashikaga Yoshimasa (1435–1490) kaum gesicherte Bilder erhalten sind und diese sich subtil vom vorliegenden Hängerollenpaar unterscheiden, ist anzunehmen, dass es sich hierbei um Kopien oder Fälschungen handelt.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.