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Heilige Drei Könige

Ident. Nr.: Id 892

ObjID: obj:1904392

Details (Expert)

Datierung
um 1430
Abmessungen
Höhe x Breite: 70,1 x 39,1 cm

Objektbeschreibung

Die Figuren der Heiligen Drei Könige waren ursprünglich Teil einer Darstellung der Anbetung des Kindes. Die Szene setzte sich nach links mit der Muttergottes und dem Jesusknaben fort. Der fragmentarische Charakter der Scheibe wird auch durch die nur am rechten Bildrand erscheinende rahmende Säule verdeutlicht, der links wohl ein Pendant im Rücken der fehlenden Marienfigur entsprochen haben wird. Die Darstellung der Anbetung der Heiligen Drei Könige war vermutlich Teil eines Zyklus von Darstellungen aus dem Leben Jesu.
Die in seiner künstlerischen Qualität herausragende Glasmalerei zeigt stilistische und werktechnische Ähnlichkeiten insbesondere zu den zwischen 1423 und 1430 geschaffenen Glasgemälden des Petrus- und des Stephanusfensters in St. Nikolai zu Stendal, weshalb ihre Entstehung in der Altmark angenommen wird. LL
CVMA 98694

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Bauchiger Deckelpokal mit Fruchtgirlanden

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Pokal mit zugehörigem Deckel aus farblosem, schlierigem Glas, Abriss am Boden, ansteigender, getreppter Fuß mit einem Kranz aus Strahlenfacetten über vertieften Rundfacetten. Der angesetzte Schaft, schlank-konvex geformt und mit gestaffelten, stehenden Bogenfacetten versehen, geht nahtlos in die rund gebauchte Kuppa mit Eisboden über, dieser mit einem Kranz aus zwölf Luftblasen konzentrisch um eine zentrale eingestochene Luftblase dekoriert. Die Kuppawandung ist mit einer umlaufenden, detailreich geschnittenen Girlande aus Früchten verziert, die an Ringen hängt. Auf jedem Feston sitzt ein Tier: ein Bär, zwei Eichhörnchen und ein Adler. Die Pokal- sowie die Deckelmündung ziert ein blanker Perlfries, der hoch aufgebaute Deckelknauf orientiert sich am Schaftdekor. Am Fuß sind Merkmale der Glaskrankheit erkennbar.Robert Schmidt bildet den Kelch 1914 in seinem Standardwerk "Brandenburgische Gläser" von 1914 ab und beschreibt die Glasmasse bereits als "hell" mit "Haarrissen". Eine Reihe bauchiger Pokale gleicher Größe aus brandenburgischer Produktion - mit und ohne Vergoldung - ist überliefert (vgl. Klesse, Glassammlung Helfried Krug, 1965, Kat. 273; Berckenhagen, Berliner und Märkische Gläser, 1956, Kat. 23; Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 34.1; 37.2). Sie werden übereinstimmend der Zechliner Glashütte zugeschrieben in die Zeit um 1740 und tragen meist jagdliche oder mythologische Szenen. Als Glasschneider wird Elias Rosbach oder jemand aus seinem Umkreis vermutet. [Verena Wasmuth]

Weltallschale

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Eine Inschrift nennt 1589 als Entstehungsjahr und den Nürnberger Goldschmied Jonas Silber als Hersteller des in seiner Form wie im Bildprogramm ganz einmaligen Schaugefäßes. Der dreipassförmige Fuß symbolisiert die Kontinente Asien, Afrika und Amerika. Als Ständer fungiert der Paradiesbaum mit Adam und Eva, er trägt einen Knauf in Gestalt des Salomonischen Tempels. Die Unterseite der Schale stellt die politische Ordnung des Heiligen Römischen Reiches mit Kaiser, Kurfürsten und den Wappen der Reichsstände dar, während ihr Inneres eine Personifikation Europas in Form einer anthropomorphen Landkarte enthält. Diese erscheint gewestet, so dass Spanien das gekrönte Haupt, Italien den rechten und Dänemark den linken Arm der Figur bilden. Die dafür verwendete Vorlage ist ursprünglich bereits 1537 entstanden, als Spanien tatsächlich die Krone des Reiches innehatte.Der Deckel führt Innen die meist legendären königlichen Ahnherren der deutschen Nation vor Augen, während seine Oberseite eine Himmelskarte mit Sternzeichen zeigt. Über alldem thront Christus als Weltenherrscher. Im komplexen Bildprogramm der Weltallschale durchdringen sich religiöse und profane Themen. Sie formulieren merkbildartig reichspolitisch-nationale, wissenschaftlich-humanistische und heilsgeschichtlich-kosmologische Aspekte von Raum und Zeit.Das Werk gelangte 1703 als Huldigungsgabe der Halberstädter Juden in den Besitz König Friedrichs I. in Preußen. Aus einem damals beigefügten Schreiben ging angeblich hervor, dass das Gefäß im Auftrag und nach Weisung Kaiser Rudolfs II. (reg. 1576–1612) entstanden sei. Unter anderem mit Verweis auf die dezidiert deutsch-nationale Tendenz des Bildprogramms ist die Herkunft der Weltallschale aus dem Rudolfinischen Kunstkreis in der jüngeren Forschung jedoch bestritten worden. LL

Maria von einer Kreuzigungsgruppe

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Die Figuren der trauernden Maria „in der Mantelfülle“ (Inv. Nr. K 3866) und des Evangelisten Johannes (K 3865) waren ursprünglich Teil einer Kreuzigungsdarstellung. In fein differenzierter Weise reagieren sie gestisch und mimisch auf die einst über ihnen erscheinende Darstellung des Christus am Kreuz. Die klagend vor der Brust gekreuzten Hände der Maria und ihr demutsvoll wehmütiger Blick in die Ferne vermitteln einen Seelenzustand stiller mütterlicher Trauer, der von dem plötzlichen Entsetzen des Johannes spürbar abweicht. Der Lieblingsjünger Christi schaut erschrocken, mit beinahe abwehrendem Gestus auf zum Kreuz, als könne er das Geschehene nicht fassen. Die überzeugende Erfassung und nuancierte Darstellung menschlicher Emotionen machen die kleinformatigen Treibarbeiten zu Bildwerken von besonders hohem künstlerischen Rang. Die bewegte Faltenbildung, die fein gravierten Schmuckborten und die technisch perfekte Strichpunzierung an den Innenseiten der Mäntel entsprechen der herausragenden Qualität der Figurenbildung. Gesichter und Hände sind in einem blassen Inkarnatton und der Kopfschleier der Maria in weiß „kalt“ bemalt. Die Technik des teilweisen farbigen Fassens von Metallfiguren war in der zweiten Hälfte des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts besonders beliebt.Beide Figuren besitzen an der Unterseite Vorrichtungen für eine Montierung. Es bleibt allerdings fraglich, ob sie ursprünglich als Assistenzfiguren einer „Kleinen Kreuzigung“ auf einem architektonisch gebildeten Reliquiar ein so genanntes Kapellenkreuz bildeten, als Teil eines vielfigurigen Kalvarienberges dienten oder aber aus einem anderen Zusammenhang stammen. Die Statuetten befanden sich bereits im 18. Jahrhundert in der Kunstkammer der Hohenzollern im Berliner Schloss. LL