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Landschaft

Ident. Nr.: 2014-2

ObjID: obj:1936585

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Geiai 芸愛 (um 1489),
Maler*in
Datierung
Muromachi-Zeit
spätes 15./frühes 16. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 42,4 x 27,4 cm
Erwerbung
Ankauf 2014

Objektbeschreibung

Eine Wasserfläche und die diese einfassende Uferlandschaft markieren den Vordergrund, eine Ansiedlung unter Bäumen den Mittelgrund der von über dem Wasser aufsteigenden Dunstschleiern durchzogenen Landschaft. Hoch aufragende Berge schließen diesen weit verbreiteten Kompositionstyp nach hinten ab. Die Nebel- oder Dunstwolken sind durch Aussparung des Malgrundes charakterisiert. Sie verbinden die einzelnen Elemente und verleihen der Landschaft ebenso wie die beiden einsamen Wanderer am Ufer atmosphärische Lebendigkeit, stehen zudem in reizvollem Kontrast zu den scharf konturierten Bäumen und Felsen im Vordergrund. Deren kantige Umrisse und die Bergsilhouetten im Hintergrund lassen die Orientierung des Malers an der im 15. Jahrhundert vom Maler-Mönch Sesshū (1420–1506) nach Japan überlieferten Landschaftsauffassung der akademischen Maler der südlichen Song-Dynastie (1127–1279) wie Xia Gui (tätig ca. 1195–1224) erkennen. Es sind etwa zwei Dutzend Werke, vornehmlich Blumen- und Vogelbilder sowie Landschaften, die dasselbe Siegel wie dieses Bild aufweisen, vom Maler bekannt. Aber die Person Geiais, der wohl als professioneller Maler für die buddhistische und militäraristokratische Elite in Kyoto tätig war, ist nicht wirklich biografisch fassbar. [SM8HF]

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.