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Landschaft

Ident. Nr.: 2014-8

ObjID: obj:1939158

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Beteiligte
Kano Munenori 狩野宗徳 (1580 - 1595),
Maler*in
Datierung
Momoyama-Zeit
spätes 16. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Material / Technik
Hängerolle, Tusche auf Papier
Abmessungen
Bildmaß: 61,7 x 38,7 cm
Erwerbung
Kauf 2014

Objektbeschreibung

Dieses Landschaftsbild wird von zwei mächtigen Kiefern dominiert, die sich auf einem Felsmassiv erheben. Ihre Äste variieren die spitze Konturlinie der Hintergrundberge und bilden eine Art Baldachin über den einfachen, strohbedeckten Behausungen am Ufer eines Gewässers. Darstellungen solcher Klausen (j. shosai-zu) inmitten der Natur kamen in Japan im 14. Jahrhundert auf und waren vor allem in den Untertempeln buddhistischer Klöster sehr beliebt. Diese fungierten als eine Art Salons in denen Mitglieder des Klerus und der gebildete Elite trafen und austauschten, so wie es auch auf diesem Bild dargestellt ist. Zwei Siegel weisen diese Landschaft als eines der seltenen Werke des Malers Kano Munenori aus. Er war ein Schüler des bedeutenden zweiten Schuloberhaupts Kano Motonobu (1476–1559). Die Aufschrift, die das Leben in einer solchen Klause und den sich hiermit identifizierenden Betrachter oder Empfänger des Bildes preist, stammt von seinem Malerkollegen, Kano Shōan. Das Werk belegt die motivische und stilistische Fortführung dieses Bildthemas aus der Muromachi-Zeit in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und die Einbindung der Kano-Maler in die Salonkultur jener Zeit.

Letzte Aktualisierung: 05.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Kaiserlicher Thronsitz

Kaiserlicher Thronsitz

Der Thronsitz und der zugehörige dreiteilige Paravent stellen unter den erhaltenen Arbeiten mit Perlmuttereinlagen aus den kaiserlichen Werkstätten das Hauptwerk der beginnenden Ära Kangxi (1662–1722) dar. Die reichen szenischen Darstellungen auf den goldgrundigen Bildfeldern der Schauseiten gelangen durch die virtuose Anwendung von zahllosen rosa, violett und grün changierenden Perlmutterteilchen (frz. laque burgautée) zu einem Farbspiel von grandioser Wirkung. Sie wird gesteigert durch die in großer Mannigfaltigkeit gestalteten Bordüren des Rahmenwerkes, die eine staunenswerte technische Meisterschaft und Größe des künstlerischen Entwurfs offenbaren. Die verschwenderische Fülle des Dekors dieses Ensembles bringt Wünsche für langes Leben und Glück verheißende Botschaften aller Art zum Ausdruck Das Hauptthema der Bildfelder auf den Innenseiten von Arm- und Rückenlehnen des Thronsitzes sowie der drei großen Bildfelder der Schauseite des Paravents ist das daoistische »Westliche Paradies«, das von Xiwangmu, der Königinmutter des Westens, beherrscht wird. Ausschnitthaft geben die Darstellungen auf dem Thronsitz die Gebirgs- und Seenlandschaft mit Terrassen, Pavillons und Palästen wieder, die auf dem Paravent in voller majestätischer Große erscheint. Gezeigt wird die Ankunft der Königinmutter des Westens, Xiwangmu, die auf einem Phönix reitend in die Paradieslandschaft herabkommt, wo die Unsterblichen ihrer harren. In den Darstellungen auf dem Thronsitz und dem Paravent erwarten sie die »Acht daoistischen Unsterblichen« an prominenter Stelle. Auf der Mitteltafel des Paravents sind sie auf der großen zentralen Terrasse vereint, zahlreiche weitere Unsterbliche beleben zu Wasser und zu Lande die paradiesische Landschaft. Auf den beiden Innenseiten der Thron-Armlehnen schreiten jeweils vier der »Acht daoistischen Unsterblichen« auf die zentrale Terrasse zu, wo die Göttin erwartet wird. Thronsitz und Paravent wurden 1924 durch einen französischen Kaufmann von chinesischen Vorbesitzern in Tianjin, Provinz Shandong, erworben. Wie aus einem damals beigegebenen chinesischen Dokument hervorgeht, stammt das Ensemble aus dem kaiserlichen Reisepalast von Panshan im Bezirk Jizhou, Provinz Zhili (heutige Provinz Hebei), den die Mandschu-Kaiser auf ihren Reisen in ihre Sommerfrische in Chengde, etwa 250 Kilometer nordöstlich von Beijing, benutzten. Unter den Kaisern Kangxi (reg. 1662–1722), Yongzheng (reg. 1723–1735) und Qianlong (reg. 1736–1795) erlebte China eine mehr als hundertjährige Blütezeit und erreichte die größte territoriale Ausdehnung in seiner Geschichte. Die Einzigartigkeit und Erhabenheit der Kaiser fand auch in der Bildkunst ihren Niederschlag. In vielfältigen Rollen kaiserlicher Repräsentation begegnen uns auf zahlreichen Bildern die Kaiser thronend in prächtiger Staatsrobe, bei kaiserlichem Zeremoniell, als Literaten und Connaisseure, als Jäger und auch als religiöse Heilsgestalt. Das Thema auf dem Thronsitz und Paravent lässt die herrscherliche Autorität der sich auf das Mandat des Himmels gründenden Regierung des Kaisers in besonderem Lichte erscheinen und unterlegt den Wunsch, dass sie ewig währen möge. Nahm der Kaiser auf dem Thronsitz Platz, saß er im Zentrum des Paradieses der Unsterblichen und wurde sozusagen ein Teil desselben. [SM8HF]