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Demotisch-griechischer Papyrus, Abstandsschrift über Gegenstände

Ident. Nr.: P 13596

ObjID: obj:1945807

Details (Expert)

Datierung
Ptolemaios VIII. Euergetes Tryphon (Ptolemäerzeit -> Griechisch–Römische Zeit -> Ägypten)
Genauer: Feb. 15. Reg.-Jahr 33, Tybi 22
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 32,9 x 20,5 cm

Objektbeschreibung

Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Demotische. Dabei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kursivschrift des Alten Ägypters, die gerade in persischer und griechisch-römischer Zeit eingesetzt wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche demotische Papyri und Ostraka dieses Zeithorizonts.

Abstandsschrift von Harsiesis, Sohn des Esharoeris und der Tachnumis, mit Esharoeris, Sohn des Petosiris und der Senesis, über den Verkauf einiger Objekte. Davon sind mehrere auch in Pap. Berlin P. 13594 erwähnt. Die Urkunde wurde von Patus, Sohn des Espmetis, verfasst.

http://elephantine.smb.museum/record/ID100294
(V. Lepper / J. Moje)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Gipsmodellkopf des Königs Echnaton

Gipsmodellkopf des Königs Echnaton

„Bei der Beschreibung seines Gesichtes […] dürfen die Jahrtausende uns nicht von dem zutreffenden Gleichnis abschrecken, dass es aussah wie das eines jungen, vornehmen Engländers von etwas ausgeblühtem Geschlecht: langgezogen, hochmütig und müde, mit nach unten ausgebildetem, also keineswegs mangelndem und dennoch schwachem Kinn, einer Nase, deren schmaler, etwas eingedrückter Sattel die breiten, witternden Nüstern desto fallender machte, und tief träumerisch verhängten Augen, von denen er die Lider nie ganz aufzuheben vermochte, und deren Mattigkeit in bestürzendem Gegensatz stand zu der nicht aufgeschminkten, sondern von Natur krankhaft blühenden Röte der sehr vollen Lippen.“ (Thomas Mann) Mit diesen Worten schildert Thomas Mann den Kopf des Königs Echnaton. Dieser Porträtkopf bildet eine Ausnahme unter den vielen königlichen Gipsmodellen. Er unterscheidet sich durch seine mit wenigen Pinselstrichen gesetzten Akzente von den Porträtköpfen, die sich an dem traditionellen Darstellungskanon orientieren und daher mehr idealistisch wirken. In dem hier gezeigten Beispiel ist die Zuordnung eindeutig: der Kopfumriss und die individuelle Physiognomie mit den leicht geöffneten Augen, der langen Nase, den vollen Lippen sowie der dreieckigen Gesichtsform verweisen explizit auf den Pharao. Die mimische Gestaltung ist typisch für Echnaton, auch wenn der bekannte expressive Gesichtsausdruck der frühen Jahre hier nicht vorhanden ist. Bei dem vollplastisch gegossenen Kopf mit Schulteransatz wurde das Kronenband nur schwach plastisch ausgeführt. Das untere Ende des Stirnbandes wurde nachträglich durch einen dünnen farbigen Strich gekennzeichnet. Auch die Augenbrauen und die Augenränder sind schwarz bemalt. Feine Linien markieren die Oberlidfurche, die Nasolabialfalte, die Nasenflügel sowie Nasenlöcher und vermitteln so einen lebendigen, optischen Gesamteindruck. An den Schläfen sind die Aussparungen für den Kronenansatz sichtbar, wobei auf der linken Seite die Noppenstruktur der Blauen Krone zu erkennen ist. Im Nacken des Gipsmodells wurde ein senkrecht liegendes Kronenband mit abgeformt. Der Abguss entstand vermutlich aus zwei Formstücken, da man auf der Stirn und dem darüberliegenden Band noch Reste einer retuschierten Mittelnaht erkennen kann. Als Vorlage für diese Gipsplastik diente offensichtlich ein Statuenkopf, von dem der Bildhauer eine maßstabsgetreue Kopie angefertigt hat. Vermutlich handelt es sich bei diesem Porträtkopf um ein fertiges Modell und Anschauungsstück in einer Werkstatt.Aus: Jung, M., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 332 (Kat.-Nr. 120).

Büste eines Königs

Büste eines Königs

Die bereits vieldiskutierte Büste aus Kalkstein mit roter und schwarzer Bemalung zeigt einen König der späten Amarnazeit in seinen jungen Jahren. Der Status ist eindeutig an der königlichen Kopfbinde zu erkennen, während die zeitliche Zuweisung aufgrund der Stilistik des Objektes gesichert ist. Um wen es sich jedoch handelt, bleibt ungewiss, da neben der Benennung als Echnaton und Tutanchamun auch Semenchkare in Frage kommt. Der Halskragen ist mit drei schwarzen, geschwungenen Linien gekennzeichnet und lässt nur an einigen Stellen durch rote Farbreste vermuten, dass auch Kettenglieder darauf angedeutet waren. Der kurze Hals wird nahe dem Kinn durch zwei Falten markiert, die zu den typischen Darstellungsneuerungen der Amarnazeit zählen. Das weiche, runde Gesicht und die nur leicht angedeuteten Nasolabialfalten weisen auf die Jugendlichkeit des Pharaos hin. Mit den heruntergezogenen Mundwinkeln folgt die Physiognomie ganz der Tradition der sicher zugewiesenen Porträts des Echnaton, was auf einen seiner Nachfolger hinweist. Die vergleichsweise kleinen und schmalen Augen werden von einem noch partiell erhaltenen Tuschestrich umrahmt. Die Augen waren ursprünglich bemalt und nicht für Einlagen bestimmt. Besonders deutlich rahmen die dicken schwarzen Augenbrauen die obere Gesichtspartie des Königs. Da sich am Hinterkopf der Büste kein Zapfen befindet, ist davon auszugehen, dass dieses Porträt mit einer Perücke bzw. einem Kopftuch anstatt einer in die Höhe reichenden Krone versehen werden sollte. Bei dem Haus P 49.6, aus dem das Objekt stammt, handelt es sich um eine Bildhauerwerkstatt, ähnlich der, die dem Künstler Thutmosis (P 47.1–3) zugeschrieben wird. Das Anwesen ist jedoch bedeutend kleiner und anders strukturiert. Zum selben Fundkontext wie die Büste (aus Raum 6) gehören die berühmten ineinanderfassenden Hände (ÄM 20494) sowie die unfertige Gesichtseinlage des Königs (ÄM 22275) aus gelbem Sandstein (aus Raum 5).Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 414 (Kat.-Nr. 201).

Unfertige Standfigur des Echnaton, eine Opferplatte darbietend

Unfertige Standfigur des Echnaton, eine Opferplatte darbietend

Die unfertige Standstatue des Echnaton mit Blauer Krone ist ein Ankauf von 1992. Die Statue befindet sich noch im Zustand grober Bearbeitung und weist Reste von roter und schwarzer Vorzeichnung auf. Ursprünglich hielt der König eine Opferplatte in den Händen, deren Bruchfläche deutlich zu erkennen ist. In Achet-Aton wurden während der Grabung Ludwig Borchardts zwei Bruchstücke von Händen gefunden, welche eine Opferplatte halten. Diese Fragmente passen in Größe und Material exakt zu der Standstatue, weshalb sie als zugehörig betrachtet werden können und in die Rekonstruktion einbezogen wurden. Allerdings stammen die zwei Bruchstücke aus unterschiedlichen Häusern in Achet-Aton. Die Gebäude gehören zwar demselben „Baublock“ an, sind aber nicht direkt benachbart. Unklar ist, wie die beiden Fragmente der Opferplatte in verschiedene Häuser gelangten. Ebenso ungeklärt bleiben die Umstände, unter welchen die Standstatue den Weg in den Kunsthandel fand. Der Statuentypus des Opferplattenträgers war eine Innovation der frühen 18. Dynastie und fand sowohl in der privaten als auch in der königlichen Plastik Verwendung. Aton konnte in seiner Manifestation als das sichtbare Licht die Opfergaben direkt empfangen. Das Darbringen von Opfern unter freiem Himmel hatte deshalb einen besonders hohen Stellenwert in der Amarnazeit. Dies bezeugen zahlreiche Darstellungen in Relief und Statuen des opfernden Echnaton und seiner gesamten Familie.Aus: Taschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 232 (Kat.-Nr. 21).

Anthropomorpher Sarg der Hat

Anthropomorpher Sarg der Hat

Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschrieben Reisende das Achmimer Nekropolengebiet. Aus den ausgedehnten Nekropolen in Achmim sind uns viele wertvolle Funde überliefert. Darunter zählt auch der anthropomorphe Sarg der Hat aus der Ptolemäerzeit, der ein sehr guten Erhaltungszustand aufweist. 1884 kam der Sarg der Hat, Tochter des Pa-di-Chonsu-ii und seiner Frau Udja-nabes, zusammen mit ihrer Mumie nach Berlin. Ob zu ihrer Bestattung weitere Särge gehörten, bleibt unklar.Sowohl die bauchige Form des Sarges als auch der voluminöse Halskragen, der nahezu den halben Deckel überdeckt, sind für den Herstellungsort typische gestalterische Merkmale der Särge. Unterhalb des Blüten-Halskragen mit den Falkenköpfen als Abschlussstücke kniet die geflügelte Göttin Nut auf einem fassadenartigen Gebilde, gefolgt von einem breiten Inschriftenband mit genealogischen Angaben und Opferformeln. Der ptolemäischen Theologie folgend, besitzen die verstorbenen Frauen zwei jenseitige Existenzformen. Daher wird Hat in den Inschriften sowohl als „Osiris Hat“ als auch als „Hathor Hat“ bezeichnet. Seitlich davon zieren je zwei in Schreinen befindliche Horussöhne sowie die klagenden Göttinnen Isis und Nephthys den Sargdeckel. Im Fußbereich bilden die auf den verschlossenen Schreinen liegenden Anubis-Schakale den Abschluss der Dekorationen.Auf der Unterseite des kastenförmigen Sockels, der an den Seiten mit Schutzsymbolen für Leben und Wohlergehen geschmückt ist, sieht man den laufenden Apis-Stier in einem Schen-Ring – Symbol für Ewigkeit. Auf dem Rücken des Apis ist die Mumie der Verstorbenen platziert; über sie fliegt der Ba-Vogel, der zwischen seinen Krallen wieder einen Schen-Ring hält. Seit der saitischen Zeit wurde der zum Grab laufende Stier, oft die Mumie des Toten auf dem Rücken tragend, als „Osiris, der lebende Apis“ bezeichnet und ebenfalls als Schutzsymbol verstanden. Häufig wurde er auf der Fußplatte von Särgen oder Kartonagen gemalt. Darüber hinaus ist in der Sargwanne die Himmelsgöttin Nut noch einmal dargestellt. Sie steht auf einer Standarte und hält die Maat-Federn in ihren Händen.(I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. (Hrsg.), “Wechselnde Identitäten” Eine Ausstellung mit Werken von Gelb Bas, Sonderschriften der Ägyptischen Sammlung 4, Berlin 2015, S. 84; Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 135.)

Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnliche Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).I. Regulski

Mumienmaske eines Mannes aus dem Grab der Aline

Mumienmaske eines Mannes aus dem Grab der Aline

Über die Mumifizierung des Mannes mit der Maske berichtet der Ausgräber Richard von Kaufmann keine Einzelheiten und da auch dieser Körper noch vor Ort in Ägypten ausgewickelt wurde, bleibt heute nur die Maske selbst, die im Folgenden näher betrachtet werden kann. Gefertigt wurde sie aus Textilkartonage, deren Stuckschicht in großen Teilen mit einem Goldanstrich versehen ist. Von einer Befestigung am Körper zeugen zwei Löcher am unteren Rand.Zu erkennen ist ein Mann mit einem Vollbart sowie zwei Reihen lanzettförmiger Haarsträhnen über der Stirn. Beide Arme sind angewinkelt und umhüllt von einer Toga, die als Mantel verstanden werden kann. Darunter trägt er eine Tunika, eine Art langes Hemd. Das über den Kopf gezogenen Togateil, capite velato, zeichnet den Mann als Opfernden nach römischem Ritus aus. Sein Gestus kann zugleich als demütige Haltung gegenüber den Göttern zur Sicherung von deren Wohlwollen verstanden werden. In seiner Rechten hält er einen Kranz oder eine Girlande aus Rosenblütenblättern.Der einzige Schmuck findet sich auf dem Ringfinger seiner linken Hand – ein Siegelring mit einer undekorierten ovalen Platte. Ringe zählten zu den beliebtesten Schmuckstücken der Römer. Die reich verzierten, teuren Ringe der römischen Männer waren oftmals nicht nur Schmuck, sondern hatten auch den Zweck, Dokumente zum Zeichen der Echtheit zu siegeln. Zu dieser Zeit wurden offizielle Schriftstücke nicht etwa mit einer Unterschrift versehen, sondern mit dem Siegel des Absenders verschlossen. Dieser Ring kann als Attribut eines Mannes verstanden werden, der zum gehobenen Teil des bürgerlich-aristokratischen Systems gehörte.Die Annahme, dass es sich um eine Person von hohem sozialem Status handelt, wird anhand der aufwendig gearbeiteten Augeneinlagen verstärkt: Während das Innere aus schwarzem und weißem Stein gefertigt ist, wurden die Wimpern aus sorgsam geschnittenem Bronzeblech hergestellt. Im Unterschied zu anderen Masken sind jedoch die Brauen nicht aus Glas eingelegt sondern schwarz aufgemalt.(Jana Helmbold-Doyé)