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Anthropomorpher Sarg der Hat

Ident. Nr.: ÄM 8501

ObjID: obj:607488

Details (Expert)

Beteiligte
Émile Brugsch (24.2.1842 - 14.1.1930)
Datierung
Ptolemäerzeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 177 x 55 x 45 cm

Objektbeschreibung

Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts beschrieben Reisende das Achmimer Nekropolengebiet. Aus den ausgedehnten Nekropolen in Achmim sind uns viele wertvolle Funde überliefert. Darunter zählt auch der anthropomorphe Sarg der Hat aus der Ptolemäerzeit, der ein sehr guten Erhaltungszustand aufweist. 1884 kam der Sarg der Hat, Tochter des Pa-di-Chonsu-ii und seiner Frau Udja-nabes, zusammen mit ihrer Mumie nach Berlin. Ob zu ihrer Bestattung weitere Särge gehörten, bleibt unklar.
Sowohl die bauchige Form des Sarges als auch der voluminöse Halskragen, der nahezu den halben Deckel überdeckt, sind für den Herstellungsort typische gestalterische Merkmale der Särge. Unterhalb des Blüten-Halskragen mit den Falkenköpfen als Abschlussstücke kniet die geflügelte Göttin Nut auf einem fassadenartigen Gebilde, gefolgt von einem breiten Inschriftenband mit genealogischen Angaben und Opferformeln. Der ptolemäischen Theologie folgend, besitzen die verstorbenen Frauen zwei jenseitige Existenzformen. Daher wird Hat in den Inschriften sowohl als „Osiris Hat“ als auch als „Hathor Hat“ bezeichnet. Seitlich davon zieren je zwei in Schreinen befindliche Horussöhne sowie die klagenden Göttinnen Isis und Nephthys den Sargdeckel. Im Fußbereich bilden die auf den verschlossenen Schreinen liegenden Anubis-Schakale den Abschluss der Dekorationen.
Auf der Unterseite des kastenförmigen Sockels, der an den Seiten mit Schutzsymbolen für Leben und Wohlergehen geschmückt ist, sieht man den laufenden Apis-Stier in einem Schen-Ring – Symbol für Ewigkeit. Auf dem Rücken des Apis ist die Mumie der Verstorbenen platziert; über sie fliegt der Ba-Vogel, der zwischen seinen Krallen wieder einen Schen-Ring hält. Seit der saitischen Zeit wurde der zum Grab laufende Stier, oft die Mumie des Toten auf dem Rücken tragend, als „Osiris, der lebende Apis“ bezeichnet und ebenfalls als Schutzsymbol verstanden. Häufig wurde er auf der Fußplatte von Särgen oder Kartonagen gemalt. Darüber hinaus ist in der Sargwanne die Himmelsgöttin Nut noch einmal dargestellt. Sie steht auf einer Standarte und hält die Maat-Federn in ihren Händen.
(I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. (Hrsg.), “Wechselnde Identitäten” Eine Ausstellung mit Werken von Gelb Bas, Sonderschriften der Ägyptischen Sammlung 4, Berlin 2015, S. 84; Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 135.)

Letzte Aktualisierung: 11.09.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)