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Paradies des Reinen Landes im Westen (Jōdo-Mandara)

Ident. Nr.: 2014-15

ObjID: obj:1946197

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann, erworben mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Sakai Ōho 酒井鶯蒲 (1808 - 1841),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
ca. 1824-1828
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 44,7 x 40,8 cm
Gewicht: < 2 kg

Objektbeschreibung

Eine Aufschrift des Malers Sakai Hōitsu (1761–1828) auf dem Aufbewahrungskasten und ein beiliegender Brief von Hōitsu an den Auftraggeber namens Katsuraya nennen Hōitsus Adoptivsohn Ōho als Maler dieses buddhistischen Lehrbildes. Es zeigt im zentralen Feld das Reine Land des von seinen begleitenden Bodhisattvas flankierten und von einer großen Zahl von Assistenzfiguren umgebenen Buddhas Amitabha (j. Amida). Dieses ist in der Art einer chinesischen Palastanlage organisiert, in deren zentralem Teich die Verstorbenen wiedergeboren werden. Auf den drei umliegenden Bildpanelen werden Inhalte eines für die Anhänger der Buddhistischen Schule vom Reinen Land (j. Jōdoshū) bedeutenden Sutras illustriert. Die Ikonografie dieses Transformationsbildes wurde in China etabliert und bereits im 8. Jahrhundert nach Japan tradiert, wo dieser Bildtyp nach dem Namen des das grundlegende Modell bewahrenden Tempels als Taima-Mandara weite Verbreitung erfuhr. Wie fast alle städtischen Maler hat auch der in Edo angesiedelte Hōitsu vor allem in seinen späteren Jahren immer wieder Bilder mit buddhistischen Motiven gestaltet oder wie in diesem Fall durch Mitarbeiter seines Ateliers ausführen lassen. Ōho war selbst in einem Tempelhaushalt geboren und somit für diese Aufgabe prädestiniert. Nach Hōitsus Tod 1828, der auch den Entstehungszeitraum dieses Bild eingrenzt, folgte Ōho ihm als Leiter des Ateliers und erhielt auch den Familiennamen Sakai. Selbst früh verstorben, ist sein überliefertes Werk nicht sehr umfangreich, besticht aber durch die Bandbreite der Medien, Formate und Motive.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.