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Kirschblüten in Yoshino

Ident. Nr.: 2014-30

ObjID: obj:1947418

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (Expert)

Datierung
Momoyama oder Edo-Zeit
um 1600
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 160 x 358 cm
Erwerbung
Schenkung am 01.07.2014

Objektbeschreibung

Sanft gerundete Hügel in Verbindung mit blühenden Kirschbäumen evozieren stets den in der einheimischen Dichtung viel besungenen Ort Yoshino, in der Nähe von Nara. Meist in reichen, opaken Farben dominiert von Grün- und Blautönen dargestellt, besticht die vorliegende Komposition durch ihre reduzierte, von Tusche und Gold geprägte Palette. Stilistisch steht das Werk damit Arbeiten der Hasegawa-Schule nahe, eine Aufschrift des Kano Yasunobu (1613–1685) schreibt dieses Werk jedoch seinem Vorfahren Kano Sōshū (tätig 2. Hälfte 16. Jahrhundert) zu. Sōshū war der älteste Sohn Kano Shōeis (1519–1592), unter anderem 1599 an der Ausmalung der Residenz Katsura in Kyoto beteiligt. Ein Gegenstück zu diesem außergewöhnlich großformatigen Schirm mit identischer Zuschreibung existiert in einer japanischen Privatsammlung und wurde 1997 im Suntory-Museum in Tokyo ausgestellt. Wie der Kunsthistoriker Yukio Lippit feststellte, sind solche Authentifizierungsaufschriften unmittelbar auf dem Malgrund typisch für Schiebetürbilder, die zu Stellschirmen montiert wurden und den Kontext ihres ursprünglichen Raumes verloren haben. Das Format, wie auch die sehr prominenten, nicht mit den Panelen des Stellschirms übereinstimmenden Papierstöße und eine im Katalog der Suntory-Ausstellung überlieferte Provenienz sprechen dafür, dass es sich bei diesem Werk ursprünglich um Bilder von Schiebetüren handelt.

Letzte Aktualisierung: 09.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.