Friedrichswerdersche Kirche
Ident. Nr.: FNG 215/14
ObjID: obj:1960987
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1967
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Friedrichswerdersche KircheÜbersetzung: Friedrichswerder Church
- Material / Technik
- Eitempera und Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 74,5 x 59,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1960987
Objektbeschreibung
Nach einem Pädagogikstudium und einer zweijährigen Tätigkeit als Lehrer schrieb sich Ticha 1965 an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee ein. Dort studierte er zunächst Malerei, später Gebrauchsgrafik. Als er die Gelegenheit erhielt, zusammen mit seinen Kommilitonen auf dem Dach des von Karl Friedrich Schinkel 1825 bis 1830 erbauten Alten Museums zu malen, wählte er den Blick auf die Friedrichswerdersche Kirche. Diese war ebenfalls von Schinkel 1824 bis 1831 als Ziegelbau im Stil der Neogotik errichtet worden, sie blieb aufgrund von Kriegsschäden aber von 1945 bis 1987 ungenutzt. Ticha zeigt das hoch aufragende Kirchenschiff mit seinem polygonalen Chor und den spitz zulaufenden Strebepfeilern wie eine mit Palisaden bewehrte Festung inmitten gesichtsloser Neubauten. Vor einem Chorfenster ist ein Holzgerüst angebracht, dessen Balkenornament im Kontrast steht zur Rasterfassade des links ins Bild ragenden Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, das 1964 bis 1967 entstanden war. Eine abgewinkelte Mauer umgrenzt das Areal des Neubaus. Im „Blaumann“ bewegt sich ein Arbeiter jenseits der Mauer, die auch als Anspielung auf die Berliner Mauer gelesen werden kann. Denn im Hintergrund ragt – wie eine Verheißung – das unmittelbar hinter der Sektorengrenze im Westen Berlins 1959 bis 1965 erbaute Hochhaus des Axel-Springer-Verlages auf. In der politischen Topografie der geteilten Stadt repräsentierte es aus Sicht des DDR-Bürgers Ticha das „Außen“, und sein eigener Namenszug auf dem Sockel des Außenministeriums signalisiert dezent den Wunsch nach Reisefreiheit. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 20.07.2026
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