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Winter in Moritzburg

Ident. Nr.: A IV 266

ObjID: obj:959523

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Wilhelm (1886 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1955
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Paul Wilhelm, Dresden,
1971
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 38 x 54 cm
Erwerbung
1971 Schenkung aus dem Nachlass des Künstlers, Dresden

Objektbeschreibung

Das kleine Bild aus dem Nachlass des Künstlers besitzt Studiencharakter. Wie häufig bei Winterdarstellungen standen Farbe und Licht im Zentrum der Beobachtung: Schattierungen von Braun, Blau und Weiß bestimmen das Bild, das abendliche Gelb-Rot des Himmels spiegelt sich im Wasser. „Und dann die zunehmende Vorliebe für das Wintermotiv. Nicht nur daß Frostatmosphäre und Tauwetter ihre Geheimnisse enthüllen – die Lößnitzhäuser […] ordnen sich als planimetrische Werte zu einer festgefügten Komposition.“ (Wolfgang Balzer, in: Bildende Kunst, Jg. 4, 1956, S. 257) Bei diesem Bild blicken wir von der Auffahrt des Jagdschlosses Moritzburg an den Torhäuschen vorbei auf die Stadt jenseits der hier schmalen Stelle des Schlossteichs. Der Maler gibt keine spektakuläre Ansicht des Schlosses, sondern die Alltagsansicht der abendlichen Heimkehrer: die Kuben der Häuser und das Filigran der Bäume, rechts im Vordergrund die kompakten Formen der Koniferen, links die Schlossallee mit der neubarocken Moritzburger Kirche von 1902 im Hintergrund. Ihr hoher Turm mit Seitentürmchen ist der Kontrapunkt zum Schlossareal. Wilhelm, obgleich viel gereist, blieb der Landschaft um Dresden lebenslang verbunden. Und als ehemaliger Meisterschüler von Gotthard Kuehl blieb er auch der Dresdner Malkultur treu. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson