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Geschlossene Damenschuhe

Ident. Nr.: 2003,KR 1154 a,b

ObjID: obj:1969315

Details (Expert)

Beteiligte
Martin Kamer (1943–2024),
Vorbesitzer*in
Datierung
Datierung: 1770 - 1780
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: 26 cm
Höhe: 12 cm

Objektbeschreibung

Passend zu den zunehmend in pastelligen Tönen gehaltenen Kleiderstoffen mit zierlichen Mustern wurden in den 1770er Jahren zartfarbige, meist cremefarbene Schuhe modern. Seide war nach wie vor das wichtigste Material für modische Damenschuhe. In dieser Zeit erhielten die Damenschuhe immer häufiger ein geschlossenes Blatt, so konnten die großen schweren Schuhschnallen durch feine Stickereien ersetzt werden.
Auch diese zierlichen Schuhe mit stumpfer Spitze haben ein geschlossenes Vorderblatt mit hochgezogener, spitz zulaufender Ristlasche. Zwei zarte Blütenranken mit je drei runden, sechsblättrigen Blüten sind auf das Vorderblatt aufgestickt. Für die Blüten wurden Metallpailletten verwendet, die mit einem mit Cochenille rot gefärbten Lack überzogen wurden. Fixiert wurden sie mit Kantillen, kleinen Spiralen aus Metalldraht oder Lahn, die Ranken wurden aus Metallgespinstfäden um eine gelbe Seidenseele gestickt. Zwischen den Blütenranken schlängelt sich eine weitere Ranke nach oben, sie besteht aus reinen Metallpailletten, ebenfalls mit Kantillen fixiert. Eine Rosette aus schmalem zartrosa Band setzt einen optischen Kontrapunkt. Alle Kanten, die seitlichen Nähte und die Fersennaht sind mit einem ähnlichen, etwas breiteren Seidenband eingefasst. Der schmale, stark taillierte Absatz ist mit dem Oberstoff bezogen. Es ist ein italienischer Absatz, über den das „Gentleman‘s Magazine“ 1776 schrieb:
“Heels to bear the precious charge,
more diminutive than large,
slight and brittle, apt to break,
of the true italian make.”
(„Absätze, die die teure Last tragen,
eher klein als groß,
schmal und zierlich, brechen gleich,
in echter italienischer Art.“) CW

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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