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Weisses zweiteiliges Sommerensemble

Ident. Nr.: 2003,KR 302 a,b

ObjID: obj:1970203

Details (Expert)

Datierung
um 1866
Abmessungen
Länge: Oberteil vorn 50 cm
Länge: Oberteil hinten 61 cm
Länge: Rock vorn 110 cm
Länge: Rock hinten 150 cm

Objektbeschreibung

Das zweiteilige Baumwollkleid kombiniert eine taillierte Schoßjacke mit einem weiten, zur Schleppe verlängerten Rock. Das hochgeschlossene, leinengefütterte Jäckchen hat vorn einen durchgehenden Knopfverschluss und angeschnittene Schöße. Seine eingesetzten Ärmel sind lang und am Saum mit einer breiten Rüschenmanschette mit gebogten und gestickten Kanten verziert. Der vorn fußlange Rock ist ungefüttert und fällt glatt herunter. Seitlich ist er in kleine Falten und im Rücken in breite Quetschfalten gelegt. Die schwarze Stickerei täuscht in Anlehnung an die Rokokomode einen zurückgeschlagenen Manteau vor. ChrW

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa