Einerseits - Jenseits
Ident. Nr.: FNG 219/15
ObjID: obj:1971730
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1995
- Material / Technik
- Öl auf Papier auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 257 x 200 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1971730
Objektbeschreibung
Freyer ist nicht nur als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner, sondern auch als Maler und Installationskünstler bekannt geworden. Sein bildnerisches Werk steht in enger Verbindung zu seiner Theaterarbeit. Nach dem Studium an der Fachschule für angewandte Kunst in Berlin-Schöneweide wurde er 1955 an der Deutschen Akademie der Künste Meisterschüler von Bertolt Brecht, auf den er sich bis heute bezieht. Aufgrund von Repressionen gegen die Kunst in der DDR nutzte er 1972 die Gelegenheit eines Gastspiels von Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“ in Norditalien, um sich in den Westen abzusetzen und in West-Berlin niederzulassen. Dort fühlte er sich, wie er immer wieder betont, von der Freiheit gefesselt und von Sauberkeit erstickt. Die innere Gespaltenheit, die Freyer in seinem politischen „Dazwischensein“ unaufhörlich begleitet, spiegelt sich in seinem von expressiven, bisweilen fast kindlich gemalten Formen, dynamischen Linien und intensiven Farbkontrasten geprägten Gemälde „Einerseits – Jenseits“, das er fünf Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung schuf. Das Bild ist durch einen senkrechten Mittelstreifen in zwei Hauptsegmente unterteilt: Die linke Seite ist eher von kühlen Blautönen bestimmt, während die rechte Seite vorwiegend wärmere Farben wie Braun, Orange und Rot aufweist. Beide Seiten sind mit kräftigen schwarzen Linien, Flächen und Zeichen überzogen, die an Gesichter oder Augen erinnern. Die Achse verleiht dem Bild eine gewisse Balance, verhindert aber gleichzeitig, dass es starr oder symmetrisch wirkt. Schon der Titel, der die Gegensatzpaare „Einerseits – Andererseits“ und „Diesseits – Jenseits“ vereint, deutet auf ein untrennbares Zusammenspiel von Gegensätzen hin. | Catherine Nichols
Letzte Aktualisierung: 29.04.2026
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Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de