Logo

Behelmter männlicher Profilkopf mit Beischrift SIMSON, Ausformung einer Kachelform aus dem 3. Viertel des 16. Jahrhunderts

Ident. Nr.: 1868,3061

ObjID: obj:2020695

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Friedrich Ferdinand Friese (1811 - 1868),
Hafner
Datierung
1868
Geografische Bezüge
Material / Technik
gebrannter Ton, grün glasiert
Abmessungen
Höhe: 34 cm

Objektbeschreibung

Ausformungen einer charakteristischen Kachelform aus dem 3. Viertel des 16. Jahrhunderts (Inv. Nr. 1868,291) stellte 1868 Friedrich Ferdinand Friese (1811–1868) in der Berliner Firma Christoph Feilner & Co. für das erst im Jahr zuvor gegründete Deutsche Gewerbe-Museum in unglasiertem (Inv. Nr. 1868,3060) und glasiertem (Inv. Nr. 1868,3061) Zustand her. Die Werkgruppe von historischen Formen und historistischen Ausformungen veranschaulicht auf geradezu beispielhafte Weise das damalige Selbstverständnis des erst im Jahr zuvor begründeten Berliner Kunstgewerbemuseums als Vorbilder- und Mustersammlung für Handwerk und Industrie. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa