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Großer Sturzkrug in Gestalt eines bärtigen Mannes mit Wappen der Stadt Köln

Ident. Nr.: 1923,19

ObjID: obj:2020735

Details (Expert)

Datierung
3. Viertel 16. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 69,7 cm

Objektbeschreibung

Der Mann trägt die Tracht seiner Zeit: Über einem Hemd mit Lochmaschen und Zierkragen öffnet sich ein scharf gefälteltes Wams mit breitem Pelzbesatz. Den Kopf bedeckt ein hoher, steifer Hut mit Straußenfedern, nach spanischer Art. Die kleinen Hände halten das von einem Lorbeerkranz umrahmte Kölner Wappen mit den Kronen der Heiligen Drei Könige. Die Kleidungsstücke und die Haare wie auch die Teile des Wappens sind mit farbigen Bleiglasuren überzogen.
Hebt man die Figur hoch und schwenkt sie kopfunter, dann wird der Sockel zur breitrandigen Lippe eines enormen, nicht weniger als zehn Liter fassenden Hohlgefäßes, das wegen seiner Schwere an zwei rückwärtigen Henkeln gehalten werden muß. Ist es mit Getränk gefüllt, dann lässt es sich nicht eher wieder auf den Tisch stellen, als bis der letzte Schluck ausgetrunken ist, da es ja nur auf der Lippe stehen kann. Der riesige Krug ist mit seiner lustigen Gestalt also ein Scherzgefäß. Wahrscheinlich gehörte der Becher der Zunft der Kölner "Kachelbäcker". TH

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa