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Vase mit Putto

Ident. Nr.: 1898,389

ObjID: obj:2038270

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Agnes Kjellberg de Frumerie (1869 - 1937),
Bildhauer*in
Ausführung: Edmond Lachenal (1855 - 1948),
Hersteller*in
Datierung
um 1898
Geografische Bezüge
Material / Technik
Feinsteinzeug, glasiert
Abmessungen
Höhe: 31,5 cm

Objektbeschreibung

Die Vase mutet in ihrer plastischen Gestaltungsweise eher wie eine Skulptur an. Der Gefäßkörper geht im unteren Bereich in Wellen mit Schaumkronen über. An die Gefäßwandung schmiegt sich ein nackter Knabe. Das atmospärisch-symbolistische Sujet findet seine Übersetzung in der Materialsprache des mit grünlich-beigen und blauen Mattglasuren überzogenen Feinsteinzeugs. Ausgeführt wurde die Vase von Edmond Lachenal (1855-1948), einem der führenden Pariser Keramiker des Art Nouveau, der sich um 1900 in Paris mit koloristischen, von japanischen Naturmotiven beeinflussten Steinzeuggefäßen einen Namen machte. Bei figürlichen Kompositionen arbeitete er gerne mit Bildhauern zusammen: In diesem Fall war die in Paris ansässige Schwedin Agnes Kjellberg de Frumerie (1869-1937) die Entwerferin.
Bezeichnet ist die Vase auf der Unterseite mit "LACHENAL céramiste" und "De Frumerie Scteur [Sculpteur]".
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Les Iris ("Toutes les âmes sont prêtes...")

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"Je nach Lichteinfall entwickelt die Vase ganz unterschiedliche Farbwirkungen, die von glühendem Orange-Rot über tiefdunkles Violett bis hin zu bernsteinfarbenen Brauntönen reichen. Iris- bzw. Schwertlilienpflanzen überziehen in asymmetrischer, lockerer Reihung die gesamte Wandung. In einem aufwändigen Verfahren wurden verschiedene Farbglasschichten in warmem Zustand überfangen und nach dem Erkalten des Glases partienweise, in unterschiedlicher Stärke, ausgeschliffen, so dass die jeweils darunterliegende Farbschicht durchscheint. Erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist die feine Gravur auf der Vasenschulter, die sich umlaufend zwischen Blätter und Blüten verteilt. Sie gibt ein Zitat des belgischen Dichters Maurice Maeterlinck (1862–1949) wieder, einem prominenten Vertreter des Symbolismus: „Toutes les âmes sont prêtes, il faut cependant [que] l’une d’elles commence, pourquoi ne pas oser, être l’une qui commence“. Die genaue Botschaft bleibt rätselhaft und der Empfänglichkeit der Betrachter überlassen. Ist unsere Seele die eine bereite Seele, die es wagt zu beginnen?Schöpfer der Vase war Émile Gallé (1846–1904). Mit seinen „vases parlants“, den sprechenden Vasen, verstand er es virtuos, Naturmotive in der Materialsprache des Glases auszudrücken und symbolisch zu überhöhen. Inspirieren ließ er sich dabei von sino-japanischen Vorbildern, darunter chinesischen Glasvasen, von denen sich Beispiele im Berliner Kunstgewerbemuseum befanden. 1885 war Gallé eigens nach Berlin gekommen, um zwei Wochen lang die damals gerade neu erworbenen chinesischen Gläser aus der Sammlung des preußischen Diplomaten Max von Brandt im Kunstgewerbemuseum zu studieren." (Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 180f.)ClKa