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Album mit Waka-Gedichten auf Bildern von Blumen und Gräsern der Vier Jahreszeiten

Ident. Nr.: 243.13

ObjID: obj:2045994

Geschenk von Gustav Jacoby

Details (Expert)

Beteiligte
Tawaraya Sōtatsu 俵屋宗達 (ca. 1600 - 1640),
Maler*in
Hon'ami Kōetsu 本阿弥光悦 (1558 - 1637),
Kalligraf*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit, ca. 1610
1. Hälfte 17. Jahrhundert
Weitere Titel
Sammlungstitel: Album mit Waka-Gedichten auf Bildern von Blumen und Gräsern der Vier Jahreszeiten
Übersetzung: Waka-Poems on decorated papers
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: je 18,3 x 16,2 cm
Blattmaß: Je Doppelblatt 18,3 x 35,2 cm

Objektbeschreibung

Ursprünglich wohl auf einem Paar sechsteiliger Stellschirme angebracht, sind die kostbar dekorierten 36 Gedichtblätter heute als Album montiert. In einer schwungvollen und mit expressiven Akzenten versehenen Kursivschrift sowie in "verstreuter Schreibweise" schrieb Hon'ami Kōetsu seine Auswahl von 36 Waka-Gedichten, die er der kaiserlichen Anthologie "Shinkokin wakashū" entnahm. Den Gedichten unterliegen 36 unterschiedliche, ausschnitthafte Kompositionen mit Blumen-, Gräser- und Landschaftsmotiven, die die Vier Jahreszeiten versinnbildlichen. Sie sind mit Gold und Silber in "knochenloser" Technik gemalt. Als Schöpfer dieser Untergrundmalerei gilt Tawaraya Sōtatsu, ein früher Vertreter der japanischen dekorativen Maltradition Rinpa. Kōetsus vorzügliche Schriftkunst und Sōtatsus Genius im Bilddesign bilden ein harmonisches, höchst ästhetisches Gesamtkunstwerk. Das Gedicht auf diesem Blatt stammt von Fujiwara Yoshitsune (1169-1206) und lautet "Von morgen an nun: die Blütengärten von Shiga wird überhaupt sie noch jemand besuchen? Sie, die Heimat des Frühlings?" (Übersetzung R. Hempel).

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.