Logo

Bacchus auf dem Fass (dreiteilig) aus dem Tafelaufsatz eines Bacchanals

Ident. Nr.: 1934,31 a-c

ObjID: obj:2049539

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763),
Hersteller*in
zugeschrieben: Johann Georg Müller (um 1748 - 1789),
Modelleur*in
Datierung
um 1770
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 23,7 cm (a)
Höhe: 17,8 cm (b)
Höhe: 15,3 cm (c)
Breite x Tiefe: 17,7 x 13,1 cm (a) Sockel
Breite x Tiefe: 18,5 x 8,3 cm (b) Sockel
Breite x Tiefe: 10,3 x 8,7 cm (c) Sockel
Gewicht: 1027 g (a)
Gewicht: 961 g (b)
Gewicht: 326 g (c)

Objektbeschreibung

Der Inventareintrag von 1934 lautet:
"Porzellangruppe aus drei Teilen, farbig bemalt: Bacchus und Venus (nach Coypel, L`Alliance de Bacchus et de Venus).
a. Bacchus auf einem Weinfaß sitzend, in der linken Hand einen goldenen Deckelpokal. Am Boden knieender Satyrknabe, der aus dem Faß Rotwein in eine Flasche füllt, daneben Tambourin und Korbflasche.
b. Venus auf Baumstumpf sitzend, neben ihr zur Rechten ein Fruchtkorb, zur Linken ein Putto mit Glas und Rotweinflasche in den Händen, zwischen seinen Beinen ein ruhender Ziegenbock.
c. tanzender Knabe mit erhobenen Armen. Staffierung in Rosa, Grün, Violett, Elfenbeingelb, Braun. Rocaillesockel rosa und golden. (…) Zeptermarke, eingeritztes Formerzeichen ‘C M‘“

Die aus drei Teilen zusammensetzbare Figurengruppe bildet das Mittelstück eines figürlichen Dessertaufsatzes mit Darstellung eines Bacchanals. Im Kunstgewerbemuseum sind aus dem Bacchanal-Aufsatz außerdem vorhanden:
- Bacchant mit Panther (Inv. 1911,93)
- Sitzende Bacchantin mit Ziege (Inv. W-1982,62: farbig; Inv. 1903,25: weiß, glasiert)
- Bacchantin mit Weinschlauch und Putto (Inv. 1904,7)
- Bacchant mit Tamburin und Putto (Inv. 1936,58)

Mit dem auf einem Fass sitzenden Bacchus griff die Berliner Porzellanmanufaktur KPM um 1770 eine beliebte Komposition der Meißener Porzellanmanufaktur von 1754 auf, die Johann Joachim Kaendler zugeschrieben wird. Wie Dorothee Heim in ihrer 2016 erschienenen Publikation zur KPM-Porzellanplastik des Berliner Kunstgewerbemuseums ausführt, waren die drei Elemente der Bacchusgruppe auch einzeln zu erwerben. Auch die Porzellanmanufakturen in Kassel und in Fürstenberg führten Nachbildungen der zentralen Gruppe "Bacchus auf dem Fass" aus.

Lit.: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 406 ff., Kat. Nr. 82.

ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

Ovale Bildplatte mit Blaumalerei. Dargestellt ist der Evangelist Markus, als bärtiger Mann, im Dreiviertelporträt. Er stützt seinen Kopf in die Linke, in der Rechten hält er ein Buch, sein Testament, in dem er liest. An seiner linken Seite erscheint sein Attribut, ein geflügelter Löwe. Am linken Rand der Platte ist ein Baum dargestellt, im Vordergrund Graswerk. Am Rand acht Ornamentmotive. Über der Figur der Schriftzug "St. MARCUS".Im Bestand des Kunstgewerbemuseums befinden sich insgesamt vier Evangelistenplatten (Inv. Nr. K 1571-1574). Zwei weitere, stilistisch verwandte Bildplatten im Bestand zeigen Porträts von zweien der drei Gründer der Nürnberger Fayencemanufaktur, Johann Conrad Romedi und Christoph Marx (Inv. Nr. K 1569 und K 1570), beide rückseitig in einer Inschrift von Georg Michael Tauber signiert und 1720 datiert - daher die Zuschreibung auch der Evangelistenplatten an Tauber. Während der deutsch-deutschen Teilung befanden sich die beiden Platten mit den Porträts der Firmengründer im Kunstgewerbemuseum Berlin-West und die vier Platten mit den Evangelisten im Kunstgewerbemuseum Berlin-Ost. Heute sind alle sechs Bildplatten in Schloss Köpenick, der Dependance des Berliner Kunstgewerbemuseum, gemeinsam ausgestellt. Evangelistenplatten (rechteckige) gehörten auch zum Repertoire der Dorotheenthaler Fayencemanufaktur. Möglicherweise lagen dieselben Stichvorlagen zugrunde.Lit.: Katalog KGM (Köpenick) 1988, S. 92, Text von Christiane Keisch; Silvia Glaser: Nürnberger Fayencen. Bestandskatalog GNM Nürnberg, 2017, S. 35f. (Abb. der Platten mit den Gründerporträts, Inv. Nr. K 1569, K 1570).ClKa

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

Großes Handfass mit vasenförmigem Körper auf hochgewölbtem Glockenfuß. An den Seiten über weiblichen Maskarons zwei gedrehte Schlaufenhenkel. Der Zapfhahn unter einer Muschel als Maske mit Ausgussrohr. Am Hals des Gefäßes Scheibe mit dem kurbrandenburgischen Wappen zwischen zwei „Wilden Männern“. Zugehörig zur Wanne Inv. Nr. S 513, in welcher das Handfass hier steht.Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor. Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut. LL