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Audienzszene(?)

Ident. Nr.: VA 10393

ObjID: obj:2060574

Details (Expert)

Datierung
2350–2150 vor Christus
Periode: Akkad-Zeit
Material / Technik
Biomineral-Muschel/Schnecke
Abmessungen
Höhe: 4 cm
Durchmesser: 2,3 cm

Objektbeschreibung

Die Abrollung des teilweise stark abgeriebenen Rollsiegels zeigt rechts einen nach links gewandten, thronenden Gott mit einer mehrfachen Hörnerkrone und in langem Falbelgewand, der eine Säge in der erhobenen Rechten hält. Aus seinen Schultern ragen Strahlen heraus. Säge und Strahlen erlauben seine Identifizierung als Schamasch, der Gott der Sonne, des Rechtes und der Opferschau. Zwei kleine keulenartige Bildelemente sind vor ihm zu erkennen. Von links treten drei weitere Götter auf ihn zu, die alle lange Falbelgewänder tragen. Der erste der drei Götter trägt einen langen Stab. Hinter den drei Göttern ist - aufgrund des Abriebs des Siegels nur sehr vage, eine weitere Person zu erkennen - die sich nach links und damit Schamasch zuwendet. Es könnte sich bei ihr um eine Beterfigur handeln. [Anja Fügert]

Letzte Aktualisierung: 22.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

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Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]