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Mythologische Szene

Ident. Nr.: VA 05180

ObjID: obj:2063263

Details (Expert)

Datierung
9. Jahrhundert vor Christus
Periode: Neuassyrisch
Geografische Bezüge
Assur,
Vorderasien
Material / Technik
Stein-Chalzedon
Abmessungen
Höhe: 4,2 cm
Durchmesser: 2,8 cm

Objektbeschreibung

Die Abrollung des sehr sorgfältig geschnittenen Rollsiegels gibt eine Szene aus dem sog. Anzu-Mythos wieder. Zu erkennen ist der auf einem gehörnten Mischwesen aus Löwe, Vogel und Skorpion (abubu) stehende Kriegsgott Ninurta, der mit seinem mit Sternen verzierten Bogen Anzu, hier dargestellt als Mischwesen aus Löwe und Vogel, jagt. Ninurta ist zusätzlich mit einem Schwert und einem Krummschwert bewaffnet und Pfeilköcher ragen hinter seinen Schultern hervor. Im oberen Bildbereich, zwischen den beiden Kontrahenten, befindet sich eine Flügelsonne, über dem Kopf des Mischwesens Anzu ist eine Mondsichel zu erkennen. Rechts neben Anzu ist eine kleine sich nach links wendende Wettergottfigur dargestellt. Der kleine Gott ist mit einem langen geschlitzten Gewand bekleidet, erhebt eine Hand und hält in der anderen Hand ein Blitzbündel. Auf dem Kopf trägt er einen hohen sternenbekrönten Polos mit einem Hörnerpaar. Links neben der Jagdszene ist ein stehende betende Figur zu erkennen. Der Kopfbereich der Figur hat sich aufgrund der Beschädigung des Siegels leider nicht erhalten. Eine keilschriftliche Legende ist im Bildfeld verteilt. Aus ihr erfahren wir, dass der Besitzer des Siegels Ninurta-bel-usur, ein Eunuch, war. Über Ninurta-bel-usur ist außerdem bekannt, dass er im Jahr 876 vor Christus das Eponymat innehatte und dass er Gouverneur der Stadt Kar-Salmanassar, dem antiken Til Barsip und heutigen Tell Ahmar (Syrien), war.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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Esel-Liste für die Feldarbeit

Esel-Liste für die Feldarbeit

Im Rahmen der Grabungskampagne 1902/03 wurden 170 Keilschrifttafeln entdeckt, die Texte zur Viehverwaltung von Schuruppak (dem heutigen Fara) enthalten und damit einen wichtigen Einblick in die Wirtschaft dieser Region geben. Allein 93 Tafeln befassen sich mit Eseln, die hier gezeigte Liste stellt nach Inhalt, Form, Größe und Anzahl der Spalten – sieben auf der Vorderseite und acht auf der Rückseite – einen der umfangreichsten erhaltenen Texte zur Viehverwaltung dar.Der Text enthält einen Summenvermerk von Eseln für die Feldarbeit, wobei die Gesamtzahl der Tiere in Vierergespannen (Quadrigen) berechnet wird. Die Summe nennt 80 Quadrigen, also 320 Tiere, die für das Pflügen eingesetzt werden sollen. Auf dieser sowie auf weiteren 43 Tontafeln ist die Verwendung des Esels als Zugtier durch die Verbindung der Zeichen für Esel (sumerisch ANŠE) mit dem Wort für Pflugschar (sumerisch apin = ANŠE.apin „Pflugesel“) eindeutig belegt. Des Weiteren enthält die Liste Angaben zu Personen, die Esel erhalten oder zurückgegeben haben, sowie zu deren Berufen.Aus anderen Texten ist bekannt, dass sich die Tiere im Eigentum von Sud, dem Stadtgott von Schuruppak, beziehungsweise der Tempelverwaltung befanden.----The 1902/03 excavation campaign in Shuruppak (modern Fara) yielded 170 cuneiform tablets dealing with livestock management. 93 tablets deal with the administration of donkeys, used as plough animals as proved by the association of the signs for donkey (Sumerian ANŠE) and the word for ploughing (Sumerian apin = ANŠE.apin, 'plough donkey').With seven columns on the front and eight on the back the tablet VAT9079 features one of the most extensive surviving texts on livestock management.The text summarises the number of donkeys rented for the fieldwork - 320 in total - calculated in teams of four (quadrigae). The list also contains information about the individuals who rented or returned the donkeys, such as their names and professions. The costs associated with the loan of the animals were the responsibility of the borrowers, who were required to either pay the rent or provide compensation in the form of work for the temple.The donkeys were the property of Sud, the city god of Shuruppak, represented on earth by the temple administration. The temple was one of the institutions responsible for the city administration.(A.Valsecchi Gillmeister)