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Fingerring mit Zellenschmelz aus dem "Mainzer Goldschmuck"

Ident. Nr.: Lg 124,4

ObjID: obj:2224673

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 11. Jahrhundert
Material / Technik
Gold, Saphir, Zellenschmelz
Abmessungen
Höhe x Breite: 3,52 x 2,7 cm (Dm. innen 1,85 x 1,96 cm)
Gewicht: 14,61 g
Erwerbung
Am 1. September 1912 für das geplante Deutsche Museum der Königlichen Museen zu Berlin erworben

Objektbeschreibung

Der einzige flächendeckend emaillierte Ring im Mainzer Goldschatz wird nach einhelliger Meinung der byzantinischen Goldschmiedekunst zugewiesen. Bedenkt man die Herstellung aus einem getriebenen Mantel aus Goldblech, dessen Rand insgesamt um die innenliegende Ringschiene umgebogen ist, wird die meisterhafte Bewältigung der Aufgabe deutlich. Die bekrönende, schlichte Zargenfassung ist ebenfalls leicht gebogen und läuft konisch zu. Darin sitzt ein pyramidenförmiger Saphir, der wie der ganze Ring gebogene Flächen hat – ein außergewöhnlich geschliffener, aber genau zur Gesamtform des Ringes passender Stein. Aus der Not, dass genau im Zentrum des Steines ein Bohrloch sitzt, hat man eine Tugend gemacht und die Bohrung mit einem Goldstift verschlossen, der an der Unterseite der Ringplatte festgelötet wurde. BF/HWA
(Vgl. Der Mainzer Goldschmuck. Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit, hg. von Theo Jülich, Lothar Lambacher und Kristine Siebert, Regensburg 2017, S. 166f. Nr. 11)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR