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Duftvase (Potpourri) aus chinesischem Porzellan mit französischer Rokokomontierung

Ident. Nr.: 1901,228

ObjID: obj:2256308

Details (Expert)

Datierung
Porzellan: Qing-Dynastie, Ära Qianlong (1735-1796), Montierung: Frankreich, um 1750/55
1750/60
Abmessungen
Höhe: 40 cm (mit Deckel)
Höhe: 29 cm (ohne Deckel)
Länge: 40 cm (max.)
Durchmesser: 26 cm

Objektbeschreibung

"Die Porzellanvase erhält ihre prachtvolle Wirkung durch die Kombination von tiefschwarzer Glasur und goldener Bemalung. Sie entstand in China und wurde in Frankreich umgearbeitet. In einem riskanten Verfahren hat man hierfür den kugeligen Teil einer Vase zerschnitten. Das so zerteilte Porzellan wurde mittels einer aufwändigen Bronzemonierung zu einer Duftvase (Potpourri) umfunktioniert. Durch die Perforierungen im Ring zwischen beiden Teilen konnte der Duft der eingefüllten Kräuter- und Blütenmischung entströmen. In den Schlössern des 18. Jahrhunderts waren Potpourrivasen beliebt. In einer solch kostbaren Ausführung waren sie jedoch schon damals sehr selten. Wegen ihrer glänzenden Oberfläche wurden die schwarzen, Lack imitierenden chinesischen Porzellane in Europa als „mirror black“ oder „Spiegelschwarz“ bezeichnet und waren hoch begehrt.
Die in den runden Reserven in zartem Rot und Gold auf die schwarze Glasur gemalten Blütenzweige stehen für die Vier Jahreszeiten: Päonie (Frühjahr), Lotos (Sommer), Chrysantheme (Herbst) und Pflaume (Winter). Überaus kunstvoll ist auch die französische Rokoko-Montierung in Form von Rocaillen, Zweigen, Knospen und Blättern.
Der Vorbesitzer der Vase, der britische Flottenadmiral Sir Johan Edmund Commerell (1829–1901), hatte beruflich sowohl mit dem Osmanischen Reich als auch mit China zu tun. Aus dem Kunsthandel ist eine zweite, fast formgleiche Potpourrivase bekannt, die aus dem Besitz von Ismail Pascha (1830–1895), dem Khedive der osmanischen Provinz Ägypten, stammt. Denkbar ist es, dass beide Potpourrivasen bereits im 18. Jahrhundert von einem Pariser „marchand mercier“, einem Zwischenhändler, an einen reichen Kunden in der Türkei verkauft wurden, der sowohl Gefallen am westlichen Rokokostil als auch an ostasiatischer Porzellankunst fand."
Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden (Sandsteinverlag) / Berlin (Staatliche Museen) 2018, S. 135.

ClKa

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

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Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

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