Logo

Minnekästchen

Ident. Nr.: F 118

ObjID: obj:2260771

Details (Expert)

Datierung
um 1380
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 23 x 42 x 21,5 cm

Objektbeschreibung

Auf Vorder- und Rückseite des Deckels in Form eines Walmdaches erscheinen einander zugewandte Paare in der modischen Kleidung des ausgehenden 14. Jahrhunderts mit Spruchbändern, deren Texte auf die Liebe bezogen sind: "hilf mir / Lieb hilf Lieb" und "ich har / ich boch" ("ich harre, ich trotze"). Neben ihnen Hunde (als Treuesymbol) und Fabeltiere, umrahmt von stilisierten Pflanzen und Blüten. An den Stirnseiten in Rundbildern eine Frauenfigur mit gleichlautender Devise, auf der Gegenseite ein Pelikan mit seinen Jungen (Sinnbild für opferbereite Liebe). Unter dem Griff steht das Wort "Liebe". Als Rahmungen sind Schachbrett-Zinnenfriese und Blüten verwendet.
Auf der Vorderseite des Kastens befindet sich eine symbolisch zu deutende Jagdszene: Wild und Einhorn werden gejagt von einem Hund und einem vogelartigen Fabelwesen. In der höfischen Minnesymbolik des späten Mittelalters war die Einhornjagd ein beliebtes Thema. Die farblich besonders gut erhaltene Rückseite trägt wieder die Aufschrift "Lieb hilf Lieb", ihre Flächen sind gefüllt mit Blattwerk und Blüten, umrandet von Tremolierstichen.
An den Schmalseiten finden sich Medaillons mit einer weiblichen Halbfigur und Spruchband sowie die Darstellung eines Fuchses in Mönchskleidung, der Gänsen predigt. Diese, der Fabel entlehnte Gruppe, ist in moralisierender Absicht, als Warnung vor dem Verführer zu verstehen. EM

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen