Logo

Teller mit Küstenlandschaft und Hirten ("Chine de commande")

Ident. Nr.: M 1101

ObjID: obj:893265

Details (Expert)

Datierung
Qing-Dynastie, Qianlong-Ära (1736-1795)
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Jingdezhen (China)
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 2,5 x 22,5 cm

Objektbeschreibung

Die Tellerfahne ist mit einem an Meißener Porzellane erinnernden Goldspitzendekor sowie blauen und roten Ornamenten dekoriert. In drei Reserven sind purpurfarbene chinesische Landschaften dargestellt. Der Spiegel zeigt eine Küstenlandschaft. Rechts im Vordergrund erscheint eine Landschaft mit Hirten und Schafen sowie einem europäisch gekleideten Aristokratenpaar zwischen Bäumen, dahinter ein Hausgiebel. Im linken Bildfeld eine Bucht mit einem Schiff und zwei kleineren Booten. Im Hintergrund ist eine Felsenlandschaft mit einer chinesischen Stadt mit Pagode dargestellt.
Im 17. und 18. Jahrhundert exportierte China große Mengen seines Porzellans nach Europa. Die „Ostindischen Handelskompagnien“ agierten als Vermittler. Geliefert wurden die Porzellane meist an Händler aus Holland, England und anderen Handelsnationen, die sie dann weiter verkauften. Chinesische Maler dekorierten die Porzellane in Werkstätten in der Nähe der Hafenstadt Guangzhou (Kanton). Als Vorlagen dienten oftmals europäische Druckgrafiken. Dabei verbanden sie die ihnen fremden Motive aus Europa mit eigenen Bildvorstellungen. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Schlafende Venus mit Cupido

Schlafende Venus mit Cupido

Die schlafende Venus liegt halb aufgerichtet auf einer Bettstatt mit goldroter Decke. Über ihr Knie klettert schlaftrunken ein Cupido mit goldenen Flügeln. Am oberen Bildrand ziehen fliegende Putten ein goldgrünes Tuch wie einen Baldachin über das Bett, links daneben hängt ein vergoldeter Vogelkäfig. Die surreal erscheinende Szene spielt in einer reich gegliederten, sich im Hintergrund zu einer Landschaft öffnenden Bogenarchitektur. Umgeben ist die Liebesgöttin von manieristischen Skulpturen, kunstvollem Mobiliar, konzertanten Musikinstrumenten und kostbarem Hausrat. Alles erscheint zu einem bedeutungsgeladenen Stillleben verdichtet, ist weniger Abbild denn Sinnbild und Anregung zu philosophischer Betrachtung.An der Rückseite befindet sich eine Aufschrift, die den auf Hinterglasmalereien spezialisierten Zürcher Hans Jacob Sprüngli (um 1599–1637) und den Winterthurer Glasmaler Hans Jegli (1579–1643) als Schöpfer des Werkes nennt. Sie verwendeten verschiedene Methoden des Amelierens: Auf das Glas aufgebrachte Blattvergoldungen wurden fein ausradiert, mit farbigen Lacken hintermalt und mit Zinnfolien hinterlegt. Andere Partien wurden in durchscheinend aufgetragenen Ölfarben ausgeführt, wobei „rückwärts“ gemalt und die hellsten Lichter und tiefsten Schatten zuerst gesetzt wurden. Auch „trügerische Hinterglasmalerei“ wurde angewendet, so ist die Figur der Venus in herkömmlicher Weise auf Pergament gemalt, ausgeschnitten und auf das Glas appliziert worden.Ebenso wie das vielschichtige Bildprogramm sollte auch die komplizierte technische Ausführung Anlass zu vertiefter Beschäftigung mit dem Gemälde bieten. Ganz in diesem Sinne ist die als Teil der Signatur auf die Rückseite geschriebene Künstlerdevise zu verstehen: „ist EE feracht / Dan gemacht“ („ist eher veracht[et] als gemacht“). LL