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Kachel mit Geburt Christi und Moses vor dem brennenden Dornbusch

Ident. Nr.: 1909,2

ObjID: obj:2279902

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Bartholomäus (Bartlme) Dill Riemenschneider (um 1500 - 1549),
Maler*in
zugeschrieben: Michael Obersteiner (1540),
Hersteller*in
Datierung
um 1540
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 41 x 3 cm

Objektbeschreibung

Die querrechteckige Platte zeigt die Geburt Jesu in einer offenen Renaissancearchitektur. Die Darstellungen folgen Vorlagen von Albrecht Altdorfer und Albrecht Dürer. Im Vordergrund beten Maria und Josef kniend das Christuskind an, dahinter Ochs und Esel. Bühnenartig eingerahmt wird die Gruppe von einer Säule (einer Anspielung auf den salomonischen Tempel in Jerusalem) und zwei groteskendekorierten Pilastern mit Bogen. Im Hintergrund ist die Verkündigung an die Engel dargestellt, daneben ein Kuppelbau. Im Bildfeld links von der Säule wird im Hintergrund eine Szene aus dem Alten Testament gezeigt: Moses vor dem brennenden Dornenbusch. So gehen Altes und Neues Testament eine typologische Verbindung ein, sind aber durch die Säule klar voneinander getrennt. Der Dornbusch der brennt, aber nicht von den Flammen verzehrt wird, steht als alttestamentarisches Vorbild für Maria, die einen Sohn geboren hat, aber trotzdem Jungfrau geblieben ist. Die entsprechenden Bibelstellen sind in die Architekturen eingefügt: auf einem Steinquader links die Inschrift: EXODI 3, auf dem Säulensockel: LUCE 2." Die Bemalung ist in Kobaltblau, Ockerorange, Gelb, Grün, Manganviolett und Weißhöhungen gehalten.
Aufgrund der stilistischen Nähe der Malerei zu Bartlme Dill Riemenschneiders Burgstaller Dreikönigsretabel von 1541 und zu den Wandmalereien auf der Haselburg bei Bozen aus demselben Jahr wird die Bildplatte im Ausstellungskatalog des Südtiroler Landesmuseums "Luther und Tirol" auf um 1540 datiert. Zudem wird vermutet, dass es sich um ein autonomes Kunstwerk und nicht um eine Kachel handelt. Die Platte misst eine Stärke von max. 3 cm (nicht, wie im Katalog genannt, von 2,1 cm). Die Rückseite ist vertieft und hat eine Zarge, keinen umlaufenden Steg. Sie weist Bohrungen an den Ecken auf (drei von vieren sind erhalten), zum Teil noch mit alten Drahtresten - möglicherweise also für die Anbringung an der Wand gedacht und nicht, wie auch vermutet wurde, für die Verzwickung der Kacheln untereinander.
Lit.: Leo Andergassen (Hg.): Luther und Tirol. Religion zwischen Reform, Ausgrenzung und Akzeptanz, Ausst.Kat. Landesmuseum Schloss Tirol 2017, S. 129 (Hanns-Paul Ties).

ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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