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Tisch mit Tablarauszügen

Ident. Nr.: 1905,175

ObjID: obj:2288834

Details (Expert)

Datierung
1785/1790
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 74 x 99 x 63 cm

Objektbeschreibung

In der Roentgenmanufaktur entstanden auch Möbel mit vergleichsweise schlichtem Repertoire, die weniger zur Repräsentation bestimmt waren, sondern die Hauptausstattung als Arbeits- und Beistellmöbel ergänzten. Der Tisch besitzt drei Ausziehplatten, die sich seitlich und vorne unter dem großen Tischblatt herausziehen lassen und so seine große Ablagefläche verdoppeln. Ausgestattet mit schwenkbaren Fußrollen lässt sich der Tisch zum Gebrauch leicht heranziehen und ist frei im Raum stehend Teil der mobilen Ausstattung.
Der Tisch weist sämtliche Charakteristika der Möbel in klassizistischem Stil auf, das gilt nicht nur für den aufwändigen Dekor, sondern auch für die ausgesprochen qualitätvolle Verarbeitung. Er ist in Mahagoni furniert und reich mit überwiegend vergoldeten Messingbeschlägen dekoriert. Besondere Aufmerksamkeit verdient das Tischblatt, das mit einem einzigen Blatt Mahagonifurnier bedeckt ist, welches bei seiner großen Breite von einem ungewöhnlich alten und starken Mahagonibaum stammt. Das mit changierenden Flecken überzogene Mahagoni wurde als außergewöhnliche Seltenheit und Kostbarkeit geschätzt: „Das gefleckte Mahagonyholz ist sehr selten, weswegen es auch sehr theuer verkauft wird; allein es entschädigt auch dafür durch seine außerordentliche Schönheit; erst durch das Poliren kommen die Flecken auf dem Boden zum Vorschein, frisch abgeschnitten hingegen scheinen diese nicht anders zu seyn, als leichte Wellen, die keine sonderliche Wirkung machen.“ (J. G. Krünitz, Oekonomische Encyklopädie oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft, Bd. 1-242, Berlin 1773-1858, Bd. 82 (1801), S. 476.) Die gefleckte Maserung wurde unter der auch heute noch geläufigen Bezeichnung mouchté (moucheté) gehandelt. So begegnen wir dem präzisen Ausdruck „von schön Mahagoni mouchté Holz“ mehrfach auf einem Lieferschein vom Frühjahr 1789, als von Johann Gottlieb Frost, dem Vertreter der Neuwieder Manufaktur in Paris, einige Möbel in das Württembergische Residenzschloss nach Stuttgart geliefert wurden.
ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

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Ovale Bildplatte mit Blaumalerei. Dargestellt ist der Evangelist Markus, als bärtiger Mann, im Dreiviertelporträt. Er stützt seinen Kopf in die Linke, in der Rechten hält er ein Buch, sein Testament, in dem er liest. An seiner linken Seite erscheint sein Attribut, ein geflügelter Löwe. Am linken Rand der Platte ist ein Baum dargestellt, im Vordergrund Graswerk. Am Rand acht Ornamentmotive. Über der Figur der Schriftzug "St. MARCUS".Im Bestand des Kunstgewerbemuseums befinden sich insgesamt vier Evangelistenplatten (Inv. Nr. K 1571-1574). Zwei weitere, stilistisch verwandte Bildplatten im Bestand zeigen Porträts von zweien der drei Gründer der Nürnberger Fayencemanufaktur, Johann Conrad Romedi und Christoph Marx (Inv. Nr. K 1569 und K 1570), beide rückseitig in einer Inschrift von Georg Michael Tauber signiert und 1720 datiert - daher die Zuschreibung auch der Evangelistenplatten an Tauber. Während der deutsch-deutschen Teilung befanden sich die beiden Platten mit den Porträts der Firmengründer im Kunstgewerbemuseum Berlin-West und die vier Platten mit den Evangelisten im Kunstgewerbemuseum Berlin-Ost. Heute sind alle sechs Bildplatten in Schloss Köpenick, der Dependance des Berliner Kunstgewerbemuseum, gemeinsam ausgestellt. Evangelistenplatten (rechteckige) gehörten auch zum Repertoire der Dorotheenthaler Fayencemanufaktur. Möglicherweise lagen dieselben Stichvorlagen zugrunde.Lit.: Katalog KGM (Köpenick) 1988, S. 92, Text von Christiane Keisch; Silvia Glaser: Nürnberger Fayencen. Bestandskatalog GNM Nürnberg, 2017, S. 35f. (Abb. der Platten mit den Gründerporträts, Inv. Nr. K 1569, K 1570).ClKa

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

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Großes Handfass mit vasenförmigem Körper auf hochgewölbtem Glockenfuß. An den Seiten über weiblichen Maskarons zwei gedrehte Schlaufenhenkel. Der Zapfhahn unter einer Muschel als Maske mit Ausgussrohr. Am Hals des Gefäßes Scheibe mit dem kurbrandenburgischen Wappen zwischen zwei „Wilden Männern“. Zugehörig zur Wanne Inv. Nr. S 513, in welcher das Handfass hier steht.Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor. Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut. LL