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Großes Buffet der Basler Safranzunft

Ident. Nr.: K 2608

ObjID: obj:2289873

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Johann Heinrich Keller (1627 - 1708),
Kunsttischler*in
Datierung
1666
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 372 x 271 x 75 cm

Objektbeschreibung

Das stattliche Buffet war das Prunkstück der großen Zunftstube im Obergeschoß des Hauses der Basler Safranzunft. Safran lieferte nicht nur das hochgeschätzte Gelb, es war Medikament und neben Salz, Pfeffer, Zimt, Nelken und Muskat das kostbarste Gewürz zur Verfeinerung der täglichen, nicht selten eintönigen Kost.
Die Safranzunft war eine gemischte Zunft, in ihr waren die Gewürzkrämer mit 39 weiteren Gewerken organisiert, darunter so einflussreiche wie die Apotheker, die Buchdrucker, die Tuchhändler und Zuckerbäcker. In der Stadt besaß sie großes politisches Gewicht und entsprechend war das Buffet eines der prachtvollsten Zunftbuffets überhaupt. Nahezu 154 Pfund erhielt der „Tischmachermeister“ Heinrich Keller (1627-1708) für sein „gross Nussbäumen Büffet“ und der Schlosser fast 16 Pfund „das Büffet zu beschlagen“ – zusammen weit mehr als etwa ein Bäcker in zehn Jahren verdienen konnte.
Zur Aufbewahrung und Präsentation von Tafelgeschirr bestimmt, variiert das Buffet den Aufbau der aus Frankreich bekannten Dressoirs. Auf einem Sockel mit drei vollplastischen dämonischen Trägerfiguren ruht ein zweitüriger Halbschrank, über dem eine hohe Aufsatzwand mit Schubkästen im getreppten Sockel weit zurückspringt. Seine besondere Ausstrahlung verdankt das Möbel seiner architektonischen Gliederung, in die sehr kraftvolle Elemente eingebunden sind. Dazu zählen die qualitätvolle plastische Schnitzarbeit mit Knorpelwerk, Masken, Voluten und Fruchtgehängen, ebenso wie die starke Bewegung der dreifach gestellten spiralförmigen Säulen und das feine Flimmern der Flammenleisten in den Profilen. Im bekrönenden Giebelaufsatz sitzt inmitten von Akanthusranken das Zunftwappen, das in der Zunftlilie die safranspendende Krokusblüte heraldisch stilisiert.
ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."

Les Iris ("Toutes les âmes sont prêtes...")

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"Je nach Lichteinfall entwickelt die Vase ganz unterschiedliche Farbwirkungen, die von glühendem Orange-Rot über tiefdunkles Violett bis hin zu bernsteinfarbenen Brauntönen reichen. Iris- bzw. Schwertlilienpflanzen überziehen in asymmetrischer, lockerer Reihung die gesamte Wandung. In einem aufwändigen Verfahren wurden verschiedene Farbglasschichten in warmem Zustand überfangen und nach dem Erkalten des Glases partienweise, in unterschiedlicher Stärke, ausgeschliffen, so dass die jeweils darunterliegende Farbschicht durchscheint. Erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist die feine Gravur auf der Vasenschulter, die sich umlaufend zwischen Blätter und Blüten verteilt. Sie gibt ein Zitat des belgischen Dichters Maurice Maeterlinck (1862–1949) wieder, einem prominenten Vertreter des Symbolismus: „Toutes les âmes sont prêtes, il faut cependant [que] l’une d’elles commence, pourquoi ne pas oser, être l’une qui commence“. Die genaue Botschaft bleibt rätselhaft und der Empfänglichkeit der Betrachter überlassen. Ist unsere Seele die eine bereite Seele, die es wagt zu beginnen?Schöpfer der Vase war Émile Gallé (1846–1904). Mit seinen „vases parlants“, den sprechenden Vasen, verstand er es virtuos, Naturmotive in der Materialsprache des Glases auszudrücken und symbolisch zu überhöhen. Inspirieren ließ er sich dabei von sino-japanischen Vorbildern, darunter chinesischen Glasvasen, von denen sich Beispiele im Berliner Kunstgewerbemuseum befanden. 1885 war Gallé eigens nach Berlin gekommen, um zwei Wochen lang die damals gerade neu erworbenen chinesischen Gläser aus der Sammlung des preußischen Diplomaten Max von Brandt im Kunstgewerbemuseum zu studieren." (Claudia Kanowski, in: Details! 100 Lieblingswerke im Kunstgewerbemuseum, Dresden, Berlin 2018, S. 180f.)ClKa