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Vase in quadratischer Form mit optischem Dekor

Ident. Nr.: JLG 2016,1

ObjID: obj:2294385

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Antje Brüggemann (1941–2023),
Künstler*in
Datierung
Ausführung: 2011
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 23 cm
Breite: 23 cm
Tiefe: 8 cm

Objektbeschreibung

Die Vase ist von annähernd quadratischer Form, in Draufsicht ist der Querschnitt rautenförmig. Sie hat zwei Öffnungen. Der geometrische Dekor aus verschiedenfarbigen Streifen nimmt die Form auf und täuscht optisch eine zusätzliche Dreidimensionalität vor. So wirkt die vordere Öffnung durch den Dekor wie ein aufgesetzter Ausguss, ist aber de facto aus der Rautenform ausgeschnitten. Der Dekor entstand durch das Auflegen verschiedenfarbiger, dünner Keramikschichten, die teils mit einer Feldspatglasur glasiert, teils unglasiert sind, was den optischen Effekt verstärkt. Die Farben sind in Blau-, Beige- und Grautönen gehalten. Auf der Unterseite ist die Vase mit den ligierten Initialen der Künstlerin, "AB", und der Jahreszahl 11 signiert. //Antje Brüggemann (1941-2023) studierte in den 1960er Jahren Keramik an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Prof. Bontjes van Beek und an der Hochschule für bildende Künste Kassel bei Walter Popp. Seit 1970 lebte und arbeitete sie in Bad Hersfeld. Sie wurde vielfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet und ist Mitglied der „Gruppe 83, deutsche Keramiker“. // Die Gefäße von Antje Brüggemann haben Objektcharakter.Sie sind aus Feinsteinzeug gebaut und weisen häufig einen illusionistischen Dekor auf, der Räumlichkeit vortäuscht. So entsteht ein raffinierter Dialog zwischen der realen dreidimensionalen Form und dem geometrischen Dekor. // Im Bestand des Kunstgewerbemuseums ist Antje Brüggemann bereits mit keramischen Objekten aus den 1980er Jahren vertreten (Inv. Nr. W-1980,48; W-1983,7; W-1985,24). Mit der von der Julius-Lessing-Gesellschaft (Verein der Freunde des Kunstgewerbemuseums) ermöglichte Erwerbung der Vase kommt nun eine jüngere Arbeit der Künstlerin hinzu. // Kurz vor ihrem Tod im Jahr 2023 hat Antje Brüggemann dem Kunstgewerbemuseum Berlin 14 weitere Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen geschenkt, so dass sich nun ein repräsentativer Überblick über ihr künstlerisch-keramisches Schaffen von den 1960er bis in die 2010er Jahre ergibt. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rote Kasel mit den Wappen des Erzbischofs Albrecht von Brandenburg (1490-1545)

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Die Kasel im Zuschnitt des 18. Jahrhunderts mit rundem Halsausschnitt und Schlitz ist aus rotem, broschiertem Seidendamast gefertigt und mit nicht zusammengehörigen Besätzen, einem Stab auf der Vorderseite und einem Kreuz auf der Rückseite, geschmückt. Im Zuge der Anpassung an die Form des 18. Jahrhunderts ist die Kasel gekürzt und ringsum mit einer schmalen gelben Seidenborte eingefasst worden. Eine etwas breitere, ähnliche Borte dient als Einfassung von Kreuz und Stab. Zwei unter den Kreuzarmen applizierte runde Wappenschilde weisen die Kasel als eine Stiftung Albrechts von Brandenburg aus. Die Wappen: In einem Kranz aus ineinander geschlungenen Ranken sind rechts die Wappen von Brandenburg (roter Adler), Stettin (roter Greif) und Zollern( Schwarz/Silber geviert) vereint. Die linke Wappenkombination verweist auf die geistlichen Herrschaften des Erzbischofs: Mainz (sechsspeichiges Rad), Magdeburg (Rot/Silber quergeteilt) und Halberstadt (Rot/Silber längsgespalten). Ein Samtbehang im Domschatz von Halberstadt zeigt ebenfalls runde, von Ranken gerahmte Wappen, allerdings steht hier bei den Wappen der geistlichen Herrschaften jenes von Halberstadft an erster Stelle. Dies belegt, dass dieser Behang eine Stiftung Albrechts an Halberstadt war. In Berlin hingegen besetzt das Mainzer Rad die erste Stelle, wodurch die Stiftung für Mainz gesichert ist. Albrecht von Brandenburg war seit 1513 Erzbischof von Magdeburg sowie Administrator des Bistums von Halberstadt und ab 1514 Erzbischof und Kurfürst von Mainz. 1518 erfolgte die Erhebung Albrechts zum Kardinal. Ab diesem Zeitpunkt wurden seine Wappen mit dem Kardinalshut versehen. Dieser fehlt auf unserer Kasel. So dürfen wir annehmen, dass die Stiftung der Kasel zwischen 1514 und 1518 erfolgt. Das Gewebe:Das Muster des prunkvollen Seidengewebes zeigt siebenfach geschweifte Rosetten, darin Granatapfelmotive in einem Blatt- und Blütenkranz. Jede Rosette ist mit Blüten besetzt und wird von einer dreifachen Granatapfelblüte bekrönt. Kielbögen aus abgetreppten Ranken stellen die Verbindung zur darüber angeordneten Rosette her. Zwischen den Kielbögen sitzen Varianten der Granatapfelmotive. Alte Knicke, Brüche und die gestückelte Vorderseite belegen, dass der Damast in Zweitverwendung verarbeitet wurde.Kaselkreuz:Das in der Länge beschnittene Kaselkreuz auf der Rückseite zeigt vor goldfarbenem Grund Christus am Kreuz mit den Trauernden Maria, Johannes Evangelista und darunter Maria Magdalena, die den Kreuzstamm umarmt. Über dem Kruzifixus schwebt in einem Wolkenband segnend Gottvater mit einer Weltkugel, in den Kreuzbalken die Apostel Petrus und Paulus mit ihren Attributen. Der bis nach unten durchgeführte Stamm verbindet die Kreuzigungsszene mit der Darstellung der trauernden Maria Magdalena. Kaselkreuze mit nahezu identischer Ikonographie, doch unterschiedlicher stilistischer und materieller Ausführung sind zahlreich erhalten und bezeugen die weite Verbreitung dieses Typus vom Mittelrhein bis nach Mittel- und Süddeutschland. Kaselstab:Der Stab zeigt in Spiralsonnenrahmen zwei untereinander angeordnete männliche Heilige. Ihre hochrechteckige Form lässt vermuten, dass es sich um ehemalige Besätze eines Chormantels handelt, die durch die Spiralsonnen zur passenden Breite ergänzt wurden. Die Figuren wurden direkt auf den Leinengrund gestickt, ihr schlechter Erhaltungszustand erlaubt keine Zuordnung. Ein schmales rotes Seidenbändchen trennt die Darstellungen. Beide Heilige stehen auf Rasenstücken sowie drei ovalen, grünen Blättern, die die Standfläche hervorheben. Ähnliche goldgerahmte Spitzblätter vor ehemals rotem Fond umgeben den unteren Heiligen, während der obere Heilige von Ranken mit fünfblättrigen Rosenblüten hinter fangen wird.Provenienz:Die Kasel wurde vor 1888 auf Anordnung des Kronprinzen Friedrich III aus der katholischen Kirche zu Weinolsheim, Rheinhessen für das Hohenzollernmuseum in Berlin erworben. Ehemals zugehörig waren: Stola, Manipel, Velum und Bursa. Einzig das Velum ist heute noch erhalten, alle anderen Teile müssen als Kriegsverlust gewertet werden. CWVeröffentlicht in: Kreuzwege. Die Hohenzollern und die Konfessionen 1517-1740. Ausstellungskatalog Berlin 2017. Hrsg: Mathis Leibetseder.