Logo

Brosche "AMITÉ"

Ident. Nr.: L 415

ObjID: obj:2301793

Details (Expert)

Datierung
um 1785
Geografische Bezüge
Material / Technik
Gold, Silber, Email, Diamanten, Perlen, Haar, Glas
Abmessungen
Höhe x Breite: 5,1 x 3,4 cm

Objektbeschreibung

Die spitzovale Brosche zeigt in ihrem hellblauen Inneren das Wort AMITIÉ auf weißem Grund, gerahmt von einem mit kleinen Diamantrosen besetzten Rahmen an einem Schleifenband. Um das hellblaue Spitzoval schmiegt sich ein zierliche Lorbeerkranz in Gold vor weißem Grund, den äußeren Rahmen bildet dunkelblauer Emailgrund mit aufgesetzten Diamanten im Rosenschliff. Diese "mode au firmament" war 1785/86 ein neuer Trend der Pariser Juweliere, wie im Januar 1786 das Journal des Luxus berichtete. Hierfür wurden einzelne kleine Diamanten auf einen dunkelblauen Emailgrund gesetzt. Die kühlprächtige Eleganz unserer Freundschaftsbrosche wird maßgeblich von dieser "mode au firmament" bestimmt. Ein perlbesetztes Schleifenband bekrönt die Brosche, nach unten bilden perlbesetzte Lorbeerzweige den Abschluss. Die Rückseite der Brosche zeigt unter Glas eine Haarlocke.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa