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Janus

Ident. Nr.: NG 18/17

ObjID: obj:2305273

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Fritz Koenig (1924 - 2017),
Künstler*in
Datierung
1984
Provenienz
Prof. Dr. Wolf-Dieter Dube,
2017
Material / Technik
Stahl
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21,2 x 5,5 x 5,5 cm (inkl. Plinthe)
Erwerbung
2017 Schenkung aus dem Nachlass Wolf-Dieter Dube

Objektbeschreibung

Koenigs Werk „Janus“ ist das kleinformatige Modell für die Skulptur „Großer Janus“ (NG 10/98), die heute an der Sigismundstraße zwischen Neuer Nationalgalerie und Kunstbibliothek steht. Sie ist ein Beispiel für das von Koenig häufig verwendete Verfahren, Werke in verschiedenen Größenverhältnissen zu wiederholen. Auf einer Plinthe positionierte er zwei Stahlpfeiler versetzt zueinander, die an ihrer Verbindungsstelle nahtlos ineinander übergehen. Auf der jeweils entgegengesetzten Seite auf einem Vorsprung befindet sich ein langer Stab mit einem darüber in den Raum reichenden Zylinder an den Pfeilern. Diese rhythmisierend wirkende Kombination geometrischer Formen ist spiegelsymmetrisch angelegt und vermittelt den Eindruck zweier voneinander abgewandter Gesichter. Eine inhaltliche Verbindung zur formalen Symmetrie offenbart bereits der Titel des Werkes. Der Gott Janus, der zu den ältesten Gottheiten der römischen Mythologie zählt, steht für Anfang und Ende. Er wird traditionell als Doppelgesicht dargestellt, das vorwärts und rückwärts blickt und damit ein Sinnbild für Vergangenheit und Zukunft ist. Das doppelköpfige Motiv nahm Koenig in seiner abstrahierten Skulptur auf. Die sich darin widerspiegelnde Auseinandersetzung mit Leben und Tod, die mit Themen wie Ambivalenz, Gleichzeitigkeit und Veränderung Form annahm, , gehört zu den Hauptthemen des Künstlers. | Stefanie Meisgeier

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

Bauer, Weihwasser nehmend

Den Türrahmen fast vollständig ausfüllend, mit schweren Pantinen und großem Hut bekleidet, tritt ein Bauer auf dem in dunklen, erdigen Farben gehaltenen Gemälde von Egger-Lienz über die Schwelle einer einfachen Holzstube. Dabei taucht er seine Hand in ein Weihwasserbecken neben der Tür, ein durchaus übliches Ritual der Reinigung in katholischen Privathaushalten zur Entstehungszeit des Bildes. Ebenso wie dieses Spätwerk des Künstlers ist das gesamte Œuvre des Malers, der an der Münchner Akademie der bildenden Künste studiert hatte, von einer religiös gefärbten, realistischen und gleichsam idealisierenden Darstellung der bäuerlichen Alltagswelt geprägt. Die Formensprache ist dabei auf das Wesentliche reduziert. 1909 schrieb der damals im österreichischen Exil lebende Leo Trotzki anlässlich einer Ausstellung der Wiener Secession über Egger-Lienz’ Arbeiten: „Bei Egger gibt es nichts Überflüssiges. Er hält sich keinen Augenblick bei Einzelheiten auf. Die Farben sind ohne Nuancen, die Schatten der Gestalten nur schematisch angedeutet“ (Leo Trotzki, Die Wiener Secession, in: ders., Literatur und Revolution, Essen 1994, S. 478). Der Künstler selbst sagte über sich: „Ich male keine Bauern, sondern ‚Formen‘, so scheint es mir“ (Brief an O. Kunz, 12.5.1924, zit. nach Wilfried Kirschl, Albin Egger-Lienz, Wien 1977, S. 436). Wahrgenommen wird Egger-Lienz’ Werk dennoch vor allem durch das dominierende Sujet des Bauern und einfachen Mannes, das letztlich auch die konservative, teils nationalistische Rezeption seiner Arbeit bestimmt hat. | Maike Steinkamp