Der Raub der Europa
Ident. Nr.: NG 4/17
ObjID: obj:2305426
Schenkung von Dmitry Sidur
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1974
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der Raub der EuropaOriginaltitel: Похищение ЕвропыÜbersetzung: The Rape of Europa
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1974–1985Nachlass/Vermächtnis: Prof. Eimermacher,
1985–1989Schenkung: Julija Nel'skaya ,
1989–2006Nachlass/Vermächtnis: Dmitry Vadimovich Sidur,
2006–26.01.2017 - Material / Technik
- Metall, Plastik, Holz und Gummi
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 83 x 93 x 33 cm
- Erwerbung
- 2017 Schenkung von Dmitry Vadimovich Sidur
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2305426
Objektbeschreibung
Im altgriechischen Mythos verliebt sich der Gott Zeus in Europa, die Tochter des phönizischen Königs, und erscheint ihr und ihren Freundinnen beim Spaziergang am Meer in Gestalt eines schönen Stiers. Die Mädchen spielen mit ihm und schmücken seine Hörner mit Blumen, doch als Europa es wagt, sich auf seinen Rücken zu setzen, stürzt er sich ins Meer und entführt sie nach Kreta, wo sie drei Söhne zur Welt bringt. In seinem Stummfilm „Denkmal zum jetzigen Stand“ (1974) zeigt Sidur den Prozess der Verwandlung einer schmutzigen, zerbrochenen, in einer Schüssel liegenden Puppe in die Europa mit goldenem Haar. Der Bildhauer wäscht das Spielzeug gründlich, trocknet und kämmt das Haar auf dem intakt gebliebenen Kopffragment, bringt die verrenkten Arme und Beine vorsichtig wieder an und setzt die Figur auf eine Gartenbank, um ihr ein würdevolles Aussehen zu verleihen. In der letzten Szene zeigt sich nicht mehr das Opfer von kindischem Vandalismus, sondern die Königstochter Europa, die im gleißenden Licht von einem Stier weggetragen wird und den Bildhauer, dem diese Verwandlung geradezu peinlich ist, gebieterisch und kokett anblickt. Er scheint ungläubig, dass seine schöpferische Intervention eine zerbrochene Puppe so stark verändern könnte. Die Puppe aus dem Film wurde zum eigenständigen Werk „Der Raub der Europa“, die Schüssel gehört inzwischen zu der Arbeit „Die Kinder der Europa“ (NG 3/17). | Elena Voronovich
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de