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Die enthaupteten Monarchen (200 Jahre Französische Revolution)

Ident. Nr.: NG 8/17

ObjID: obj:2305637

Credit: Schenkung von Dmitry Sidur
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Vadim Abramovic Sidur (1924 - 1986),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1982
Systematik/Art
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die enthaupteten Monarchen (200 Jahre Französische Revolution)
Originaltitel: Обезглавленные монархи
Übersetzung: The Beheaded Monarchs (200th Anniversary of the French Revolution)
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1982–1985
Nachlass/Vermächtnis: Prof. Eimermacher,
1985–1989
Schenkung: Julija Nel'skaya ,
1989–2006
Nachlass/Vermächtnis: Dmitry Vadimovich Sidur,
2006–26.01.2017
Material / Technik
Metall, Isolierband, Farbe und Werg
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: zwei Teile, jeweils bis 182,5 x 65 x 55 cm ; zusammen 123 cm breit
Erwerbung
2017 Schenkung von Dmitry Vadimovich Sidur

Objektbeschreibung

Dieses Werk ist eine Antwort auf Henry Moores Komposition „The King and Queen“ von 1953/1953 (WVZ Henry Moore Foundation LH 350). Sidur kontrastierte die scheinbar unerschütterliche Zeitlosigkeit des britischen Bildhauers und die Harmonie der britischen Könige mit der Tragödie der französischen Könige. Er konstruierte seine makabren Figuren aus alten Wasserrohren, Fahrradketten, Schraubenmuttern und anderen Schrottteilen. Mit Draht und Klebeband stellte der Bildhauer Blutfontänen dar, die aus den Hälsen der guillotinierten Monarchen Ludwig XVI. und Marie Antoinette schießen. Obwohl ihre Hinrichtungen neun Monate auseinanderlagen, stellte Sidur sie nebeneinander dar, als ob sie das wichtigste Ergebnis ihres gemeinsamen Lebens wäre. Sidur war vertraut mit der Kunstform der Assemblage in Europa und Amerika und erarbeitete seine eigene Version dieser Technik, um damit brutale, archaische anthropomorphe Skulpturen zu schaffen. Im Rahmen seiner „Sarg-Kunst“ kreierte er Helden eines Mutantenreiches, die nach der nuklearen Apokalypse auf die Erde kommen. | Elena Voronovich

Letzte Aktualisierung: 24.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Sitzender Akt am Fenster

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Sowohl das Bild „Sitzender Akt am Fenster“ (A IV 313) als auch „Selbstbildnis mit roter Kappe“ (A IV 421) besitzen Studiencharakter, sind aber vollwertige, signierte Bilder, welche die Nationalgalerie (Ost) beim Künstler erwarb. Das Motiv des Aktes kommt erst seit den 1960er-Jahren bei Niemeyer vor. Das „läßt die Vermutung aufkommen, der Künstler hätte seine Versuche in der Technik der Lichtwiedergabe auch und gerade am nackten Körper und im geschlossenen Raum für sich unter Beweis stellen wollen“. (Annie Bardon, in: Otto Niemeyer-Holstein, Malerei und Aquarelle, Ausst.-Kat. Rostock, 1995, S. 19) Es geht Niemeyer in dieser Bildreihe um Volumen und Formen, das Spiel der Farbe und, wie an dieser Figur vor lichtblauer Landschaft besonders deutlich wird, um atmosphärische Werte. Auch das Selbstbildnis ist mehr Farbereignis als Selbsterkundung. Das Gesicht ist wenig ausgeführt, wie auch auf vielen der Aktdarstellungen. Vielleicht können wir Skepsis erkennen. Diese auf koloristische Wirkung hin entstandenen Bildnisse sind nicht gefällig, keine Oberflächenschönheit ist angestrebt. Die Figuren sind aus übereinander gesetzten Mischtönen aufgebaut. Dennoch gibt es Haltungen und einen Handlungsraum: Der Akt sitzt im Lehnstuhl vor einer Fensterfront, der Maler steht mit seinem Malstock in dickem Mantel und der prägnanten hohen, roten Kappe in winterlicher Landschaft. Für beide Figuren gibt es Vorbilder in der Kunstgeschichte. | Angelika Wesenberg

Gudari

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Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin

Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin

Während seines Aufenthalts auf dem Baumwollkolchos „Lenin“, den Vogeler auf seiner Reise in den Südkaukasus im Sommer 1939 besuchte, fuhr er auch in das angrenzende Hochgebirge. Dort hielt er die baumlose grüne Berglandschaft und das Leben der kurdischen und armenischen Hirten in schriftlichen Aufzeichnungen und etlichen Bildern fest. Ein Ergebnis dieser Eindrücke ist das Gemälde „Versammlung kurdischer Hirten vom Kolchos Lenin“ (A III 288), das eine Gruppe von Hirtinnen und Hirten auf einem Bergplateau zeigt. Dem vorausgegangen waren die Studie „Versammlung kurdischer Hirten“ (A III 287) sowie eine Vielzahl an Zeichnungen und Aquarellen, die sich ebenso wie die Studien zu seinen anderen Reisen zum Teil im Kupferstichkabinett, Berlin, befinden. Auch das Gemälde „Armenische Hirten“ (A III 289) ist diesem Entstehungskontext zuzurechnen. Mit den genannten Werken gab Vogeler einen Einblick in das einfache, traditionsverbundene Leben der Hirten sowie der verschiedenen Bevölkerungsgruppen, die in dieser politisch so umkämpften Region aufeinandertrafen. Sie zeigen auch die Veränderungen auf, die mit der „Eingliederung“ in die Sowjetunion verbunden waren, die Dichotomie zwischen Alt und Neu, Tradition und Fortschritt, wie sie in dem 1940 entstandenen Gemälde „Sowjetgut Lissogorsk, Armenien“ (A III 290) zu erkennen ist. Während sich im Hintergrund jenes Bildes vor den beeindruckenden grünen Bergrücken des Nordkaukasus die modernen weißen Stallgebäude des Sowjetgutes erstrecken, sieht man im Vordergrund die traditonellen braunen Jurten der einheimischen Bevölkerung. | Maike Steinkamp

Liebespaar

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Die kleinplastische Aktdarstellung eines Mannes, der eine Frau bedrängt, wurde 1972 von der seit 1924 in Dresden existierenden Galerie „Kunstausstellung Kühl“ als eine undatierte Arbeit des Bildhauers Christoph Voll (1897–1939) erworben, der von 1911 bis 1924 in Dresden gelebt hatte. Diesem Umstand entsprechend wurde das Werk nach dem Ankauf mit der Angabe 1923/1924 publiziert (Realismus und Sachlichkeit. Aspekte deutscher Kunst 1919–1922, Berlin [Ost] 1974, S. 221, Kat.-Nr. 320). Stilistisch passt es aber eher zu den um 1937/1938 entstandenen späten Arbeiten. Die Verfasserin des Voll-Werkverzeichnisses äußerte 1994 Zweifel an der Urheberschaft des Bildhauers. Zwar entspreche die bewegte Szene mit den stämmigen Körpern durchaus dessen Darstellungsweise, doch gebe es auch deutliche Unterschiede: „Eine so dünne, glatte Sockelplatte zum Beispiel findet sich nirgends bei Voll […]. Ausschlaggebend für den Zweifel ist jedoch die Körperauffassung. […] Gesichter und Körper sind vereinfacht, erscheinen naiv und ungelenk. […] Das gesamte Œuvre Volls kennt keine solche Kombination von glatten, fast starren plastischen Formen und einem ausgesprochen erzählerischen Bewegungsmotiv. […] Insofern ist es eher unwahrscheinlich, daß die Bronze von Voll stammt. Vielleicht gehört sie zu einem der anderen Dresdener Bildhauer, deren Œuvre[s] nur bruchstückhaft zugänglich sind, beispielsweise Eugen Hoffmann“ (Anne-Marie Kassay-Friedländer, Der Bildhauer Christoph Voll, 1897–1939, Worms 1994, S. 228 f.). | Dieter Scholz