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Der heilige Hieronymus (oder Venerius), die Bibel lesend, Vorzeichnung für den Kupferstich des heiligen Venerius von Raphael Sadeler, Blatt 21 der 26-teiligen Stichfolge "Trophæum Vitæ Solitariæ", 1598, eingeklebt in ein Sammelalbum mit 20 Vorzeichnungen aus dem Leben der christlichen Eremiten

Ident. Nr.: 79 B 17, fol. 15 recto

ObjID: obj:2313729

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Maarten de Vos (1532 - 1603),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1595
Systematik/Art
Weitere Titel
Der heilige Hieronymus (oder Venerius), die Bibel lesend, Vorzeichnung für den Kupferstich des heiligen Venerius von Raphael Sadeler, Blatt 21 der 26-teiligen Stichfolge "Trophæum Vitæ Solitariæ", 1598, eingeklebt in ein Sammelalbum mit 20 Vorzeichnungen aus dem Leben der christlichen Eremiten
Der heilige Hieronymus, in der Bibel lesend, Ausblick auf eine hügelige, felsige Landschaft
Provenienz
Heinrich Wilhelm Campe (1770-1862),
1826
Auktion C. G. Boerner (H. W. Campe),
24.9.1827 und folgende Tage
Kauf: unbekannte Privatsammlung,
nach 24.09.1827
Abmessungen
Blattmaß: 15,7 x 20,5 cm
Wasserzeichenmaß: 16 x 29 mm
Erwerbung
nach 1827 angekauft (auf der Auktion der Sammlung Campe durch C. G. Boerner in Leipzig 1827 wurde das Buch an einen nicht namentlich genannten Privatbesitzer verkauft, wie aus einer Inschrift im Buch hervorgeht, der die Blätter seiner Sammlung "einverleibte"), Zugang zum Kupferstichkabinett Berlin vor 1930

Objektbeschreibung

Nach der Zeichnung entstand ein Kupferstich, auf dem der sitzende Heilige als der Eremit und Mönch Venerius betitelt wird. Venerius gilt als Schutzpatron des Golfs von La Spezia und Erfinder des Leuchtfeuers, hatte er doch ein Feuer an der Küste der kleinen Insel Tino entzündet, um Schiffen bei Wind und Wetter den Weg zu weisen. Ein Sammler klebte das Blatt in das Album mit blauen Seiten und beschriftete es fälschlich mit "Hieronymus". Dieser Heilige wird typischerweise ebenfalls lesend abgebildet, was die Verwechslung erklärt. 
Das Album enthält 20 Vorzeichnungen für verschiedene Heilige für die Folge Trophæum Vitae Solitariæ, die 1598 von Jan und Raphael Sadeler in Kupferstich umgesetzt wurde.
De Vos war, wie nach ihm Rubens, ein Pionier in der Nutzung von Druckgraphik. Viele seiner Vorlagen wurden von Crispijn van de Passe, der mit einer Nichte von de Vos verheiratet war, gestochen. 

Letzte Aktualisierung: 08.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Alchimist

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Vorzeichnung im Gegensinn für einen Kupferstich, den der Verleger Hieronymus Cock in Antwerpen herausgab. - In einer liederlichen Alchimistenküche sitzt links an einem Pult ein Mann in Gelehrtentracht, die auch zu Bruegels Zeit schon um ca. 100 Jahre veraltet war. Mit der rechten Hand zeigt er in sein aufgeschlagenes Buch, wo die Worte ALGHE MIST (alles Mist) zu lesen sind. Daß sich dies negative Urteil auf das Treiben vor ihm bezieht, beweist seine weisende linke Hand. Neben dem Pult ein bösartiger Narr, der mit dem Blasebalg mehrere leere Schmelztiegel umstößt. Neben ihm die Hausmutter, deren Beutel leer ist. Das letzte Goldstück wirft soeben ihr Mann in den Schmelztiegel - aber wir wissen: es ist alles umsonst. Der Goldmacher scheitert, die Kinder hungern und suchen vergeblich etwas Eßbares im Schrank. Im Fensterausschnitt sehen wir die Eltern mit allen drei Kindern (jede Person ist deutlich wiederzuerkennen) auf eine alte Frau zueilen, die sie als Vertreterin des christlichen Armenhauses barmherzig aufnimmt; das Haus ist mit Kreuzen versehen, im Stich wurde »l'ospital« daran geschrieben.In dieser sehr realen Szene nimmt sich der altertümliche Gelehrte fremd aus. Er wird am ehesten verständlich bei Kenntnis der Bildtradition: in dem beliebten Blockbuch des 15. Jahrhunderts vom »Antichrist« fehlt nie die Szene: der Antichrist lehrt Gold machen. Die Einflüsterungen des Bösen verführen die schwachen, goldgierigen Menschen. Sie fallen in Armut, und ihr Sturz wäre rettungslos, finge nicht die christliche Nächstenliebe sie auf.Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 182f., Kat. IV.21 (mit weiterer Literatur)