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Beim Dengeln (Drei Studien zu einer Frau mit Sense)

Ident. Nr.: NG 27/64-70

ObjID: obj:2322872

Credit: Schenkung Dr. Hans Kollwitz, Berlin

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1905
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Berlin,
Stadt
Provenienz
Käthe Kollwitz (1867-1945),
bis 1945
Nachlass/Vermächtnis: Hans Kollwitz (1892-1971),
1945-1964
Schenkung: Nationalgalerie Berlin (West),
1964-1986
Abmessungen
Blattmaß: 56,1 bzw. 56,5 x 47,7 cm
Erwerbung
1964 Schenkung von Dr. Hans Kollwitz, Berlin, an die Nationalgalerie, Berlin (West), 1986 überwiesen an das Kupferstichkabinett

Objektbeschreibung

Die Studien lassen sich auf die gleichnamige Radierung [...] und die verworfene Platte ["Frau mit Sense"] beziehen, an denen Kollwitz etwa zur gleichen Zeit arbeitete. Allerdings fand keine dieser Skizzen in den graphischen Darstellungen
Verwendung. Die linke, bis weit unter Hüfthöhe geführte Studie variiert das Motiv der
verworfenen "Frau mit Sense" [#vgl. Ident. Nr. 226-1912 u. a.], das auch in der flüchtigen oberen Skizze deutlich anklingt. In der unteren Darstellung kann man eine gegenseitige Studie zur Radierung "Beim Dengeln" [#vgl. Ident. Nr. 537-1910 u. a.] sehen. Dennoch ist der Zusammenhang mit der verworfenen Platte durch die Haltung und die
schräg gestellten, geschlossenen Augenlider der Alten ebenfalls gegeben. Der unteren Zeichnung läßt sich eine ebenfalls nicht zur Ausführung gekommene, flüchtigere Skizze mit einer Variante vergleichen [...], in der die Frau [...] ganzfigurig erscheint. Die von ihren Händen eingenommene Haltung verweist bereits auf den veränderten sechsten Zustand der Radierung "Beim Dengeln" [#vgl. Ident. Nr. 536-1910].

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 61, Kat.-Nr. 57)

2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.

Letzte Aktualisierung: 24.09.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Fragment einer großformatigen, triptychonartigen Radierplatte aus dem Jahre 1900, von der sich die Künstlerin nachträglich distanzierte und die von ihr deshalb auseinandergeschnitten wurde. Nur der linke Teil mit der realistischen Arbeiterfamilie hatte vor ihren eigenen Augen auch noch in späteren Jahren Bestand, während sie die Hauptdarstellung in der Mitte und die rechte Randszene aufgrund ihrer symbolischen Überfrachtung als "fatal" verwarf. Die unzerschnittene Platte variiert das Themades nicht in den Zyklus aufgenommenen Schlußblattes zu "Ein Weberaufstand":"Aus vielen Wunden blutest du, oh Volk" [#vgl. Ident. Nrn. 658-1912, AM 383-1971]. Während sich der Mittelteil auf beiden Radierungen gleicht, wurden die Seitenfiguren im späteren Werk durch zwei Szenen ersetzt. An Hand der Themen Selbstmord und Prostitution schildern sie die ausweglose Situation des Proletariats. Für die vermutlich durch Arbeitslosigkeit ins Elend gestürzte Familie links bietet sich als Ausweg nur der Strick. Das Triptychon sollte ursprünglich den Titel "Das Leben" tragen und wohl so etwas wie eine allegorische Gesamtschau auf die Lebensbedingungen des Proletariates geben. Der Druck gehört zu den wenigen von [Otto] Felsing gedruckten Exemplaren, die den Ausgaben des Verlags E. A. Seemann, Leipzig, vorausgingen.(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 76, Kat.-Nr. 80)2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.