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Die Puppe

Ident. Nr.: B UHP 9/13

ObjID: obj:2350191

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Bellmer (1902 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1936 (Guss 1965)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Puppe
Originaltitel: La poupée
Übersetzung: The Doll
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 50 x 27 x 25 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

1933 hatte Bellmer aus den Teilen von Schaufensterpuppen und diversen anderen Materialien eine eigene Puppe konstruiert (vgl. „Die Puppe“, NG-FCFC 177/14), die er zu Hause oder im Wald in Szene setzte und fotografierte. Sie war von unfertigem, prothesenhaftem Charakter. Ihr Gesicht bestand nur aus einer Gipsmaske, neben einem Schaufensterpuppenbein besaß sie noch ein Holzbein, und in der offenen Konstruktion ihres Bauches befand sich zunächst eine Art Bilderkarussell, das bei Druck auf die Brustwarze verschiedene Bilder zeigte. Bellmer nutzte diese Puppen nur für seine Fotografien und hob sie deshalb nicht auf. Nach einem Besuch des Berliner Kaiser-Friedrich-Museums (dem heutigen Bode-Museum), in dem er kleine Gliederpuppen aus der Dürerzeit entdeckte, schuf Bellmer 1935 eine zweite Puppe. Diesmal fungierte der Bauch als Kugelgelenk, an dem er statt des Brustkorbs ein weiteres Beinpaar anbrachte. Auch diese Puppe diente dem Künstler vornehmlich als Modell für seine Fotografien. Erst 1965 ließ er sie in Aluminium gießen und erklärte sie damit zum eigenständigen Kunstwerk. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson